Alles andere als Fast Food-Rock

JOHN WESLEY

Albumtitel: A Way You’ll Never Be

Genre: Progressive Rock

Label: InsideOut Music

Anzahl Tracks: 10

Dauer: 56 Minuten

 

Die Veröffentlichung dieses Albums ist auch schon wieder eine Ecke her. Aber gute Alben haben schliesslich kein Verfallsdatum und da ich auch nur ein Mensch bin und diese Homepage bis auf meine fleissigen MitarbeiterInnen Ralph und Melanie so gut wie alleine stemme, hinkt eben der eine oder andere Release etwas hinterher. Dass es gerade JOHN WESLEY trifft, hat nichts zu bedeuten, denn sein mittlerweile achter Output ist alles andere als eine schlechte Platte.

JOHN WESLEY, seines Zeichens im Hauptberuf bei Purcupine Tree angestellt, steigt zu Beginn mit der Nummer „By The Light Of A Sun“ irgendwo zwischen Soundgarden und Tool ins Albumgeschehen ein und hat mit selbigen, wie ich finde, auch den besten Track der Scheibe für das Opening auserkoren. Darauffolgend geht’s dann rocktechnisch eher in Richtung gemässigt. Man steuert mit der halbakustischen Titelnummer in Richtung siebziger Spätrock, schippt aber im Mittelteil etwas progressives Holz nach, um das Feuer bei Laune zu halten. Ähnlich sieht es mit dem dritten Track „To Outrun The Light“ aus, doch die musikalische Grundverrichtung seines Stabs aus Mark Prator (Schlagzeug) und Sean Malone (Bass) sorgen dafür, dass es weiter im Kamin lodert und mit „The Revolutionist“ zumindest am Anfang wieder genug Sauerstoff zu gescheffelt bekommt.  

Man merkt: JOHN WESLEY will mit „A Way You’ll Never Be“ keine schnelle Nummer schieben, setzt lieber auf sperrigeres, kopflastigeres Songwriting und spricht damit wohl eher das geduldigere Publikum an, die sich ebenso wenig mit Fast Food-Rock die Ohren verderben wollen. So sind auch die nächsten Tracks die logische Fortführung aus progressiven Schmeicheleinheiten der Sorte David Gilmour, Neo-Rush-mässigen Part-Einheiten und leichten Jazz-Einflüssen.

Bei „The Silence In Coffee“ und dem instrumentalen „Unsafe Space“ ruht JOHN WESLEY quasi in sich selbst, respektive, blüht er in seinem Genie immer mehr auf, bis er bei „Sun. A. Rose“ wieder mit seiner markanten Stimme aus einer Mischung aus Chris Cornell und Maynard James Keenan auftrumpft und immer mehr Gitarrensolos geltend macht. Beim vorletzten „Epic“ glänzt JOHN WESLEY mit dem gerade erwähnten Organ ebenso, wie er auch hier erneut seine Mitmusiker stolz vorführen darf, bevor er sich mit „Pointless Endeavors“ zart verabschiedet.

8.5/10 Punkte

(Text by Pink)


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