Die Erben von Quorthon

FEN

Albumtitel: Winter

Genre: Progressive Black Metal

Label: Code 666

Anzahl Tracks: 6

Dauer: 75 Minuten

 

Während sich die letzten Winterspuren aus den Berglandschaften verflüchtigen und sich der Frühling mit seinen bunten Farben Platz in der Landschaft macht, schneit mir mit FEN’s fünftem Machwerk der Winter sprichwörtlich ins Haus. „Winter“, so kurz und knackig der Name des neusten Outputs der Engländer auch ist, verbirgt sich dahinter ein echtes Mammut, an dem man bis zum nächsten Wintereinbruch gütlich tun kann.

In den fünfundsiebzig Minuten Spielzeit verheizt das Dreiergespann die Minuten, dass es dem geneigten Black Metal-Fan schnell warm ums dunkle Herz wird. Das Album bewegt sich zwar mehrheitlich im Midtempo-Bereich; vermengt dabei halbakustisches mit einer Talfahrt aus rasanterem Riffgut. Somit ist „Winter“ nicht nur etwas für die ganz harte Garde, auch Fans gemütlicheren Rangs können von der Scheibe profitieren, ohne dass sie gleich Angst vor Herzrasen bekommen müssten. Die Fahrt in die Tiefe ist niemals derart steil, und wenn doch, kann man sich gewiss sein, dass man unten sanft aufgefangen wird.

FEN sind episch wie sonst was und bei den Mitgliedern zählen vermutlich die Bathory-Scheiben der zweiten Dekade wie „Blood Fire Death“ (1988), „Hammerheart“ (1990) und „Twilight Of The Gods“ (1991) zu den Favoriten, was sich in ihrer Musik auch offensichtlich niederschlägt.

Wenn ich dem Schnee beim Schmelzen so zusehe und im Hintergrund den Klängen von FEN lausche, macht sich bei mir fast schon etwas Wehmut breit. Schliesslich verklingen die letzten Töne von „Winter“ und während die Sonne erbarmungslos auf die noch schneebedeckten Bergspitzen niederscheint, verabschiede ich mich innerlich vom letzten Schnee.

„Winter“ ist ein Album das durchaus nachdenklich- und bedächtig stimmt und noch lange nach dem Hören nachzuhallen vermag. Etwas das vielen Alben gerade heute in der schnelllebigen Zeit oft abhandenkommt, schaffen die drei Briten auf ihrem fünften Output geradezu vorbildlich.

8.5/10 Punkte

(Text by Pink)  

 


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