Ein durchkalkuliertes Chaos

MASTODON

Albumtitel: Emperor Of Sand

Genre: Progressive Metal

Label: Reprise Records

Anzahl Tracks: 11

Dauer: 51 Minuten

 

MASTODON bewegen sich immer weiter weg vom brachialen Stil, den sie noch zu Anfangstagen mit „Remission“ (2002), „Leviathan“ (2004) und „Blood Mountain“ (2006) zelebrierten. Spätestens seit „Crack The Skye“ (2009) fokussieren sie ihr Genius mehr und mehr auf „eingängigere Melodieführungen“ – zumindest wenn man es aus der Sicht eines Progressive-Crack betrachtet, denn MASTODON sind nach wie vor alles andere als einfache Hausmannskost. Das Resultat fällt dabei aber nicht minder genial aus.

„Emperor Of Sand“ ist das siebte Werk der aus Atlanta, Georgia stammenden Band. Das Album befasst sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und zieht den totgeweihten Wüstenwanderer, die Hauptfigur des konzeptionellen Albums, als Analogie dafür heran. MASTODON überlassen nichts dem Zufall, so sind die Songs bis ins mickrigste Detail durchkalkuliert. Auf der einen Seite stürzt sich der Vierer Hals über Kopf ins vermeintliche Chaos, fängt sich auf der anderen Seite durch beinahe hitverdächtiges Kompositions-Potenzial wieder auf.

„Emperor Of Sand“ ist eine Mischung aus wilden progressiv-Reminiszenzen der Band mit einem dezenten Hang zu Grunge-artigem Stilgut a la Alice In Chains, den Stone Temple Pilots oder Queens Of The Stone Age und natürlich einer grossen Eigeninitiative aus psychedelischen Wirkstätten, filigranen Gitarren-Riffs, rhythmischen  Sonderheiten und jazzigen Drum-Fills sowie dem harmonischen Dreigesang von Troy Sanders, Brent Hinds und Brann Dailor, was den typischen MASTODON-Stil heute ausmacht.

9/10 Punkte

(Text by Pink)

 


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