Songdienliches aus dem neunten Kreis der Hölle

DANZIG

Albumtitel: Black Laden Crown

Genre: Hard Rock

Label: AFM Records

Anzahl Tracks: 9

Dauer: 45 Minuten

 

Glenn Danzig ist auch nicht mehr der Jüngste. So muss man es ihm etwas nachsehen, dass er für seine musikalischen Projekte etwas länger braucht. In der Zwischenzeit hat sich der zweiundsechzigjährige Altrocker mit seinem Comic-Verlag „Verotik“, dem Cover-Album „Skeletons“ (2015), der Misfits-Reunion sowie um deren Rechtstreit von sich reden lassen. Sieben Jahre ist es nun her, seit das letzte „echte“ DANZIG-Album den Weg durch die neun Kreise der Hölle zu uns Erdlingen gefunden hat.

Ein bisschen heiser in der Stimme ist er schon geworden, der Schinkengott. Liegt’s am schwefelhaltigen Höllen-Klima oder einfach nur an besagter Alterserscheinung? Ich dachte immer, Götter können nicht altern!?

Aber im Ernst jetzt: „Black Laden Crown“ hält eigentlich alles, was man von einem DANZIG-Album erwarten kann. Eingängige Rock Riffs, die teilweise sogar an seine Grosstaten wie „Danzig I“ (1988), „Danzig II: Lucifuge“ (1990) sowie „Danzig III: How The Gods Kill“ erinnern, deren fesselnde Wirkung aber niemals, wenn auch stets knapp verfehlt wird. Die Gitarren-Solis erfüllen ihren Zweck allemal als „songdienliches Beiwerk“. Aber Hand aufs Herz: Von einem DANZIG-Album erwartet man nun wirklich kein Feuerwerk an ausgeklügelten Soloeskapaden – deshalb geht sowas in meinen Ohren schon irgendwie in Ordnung.

Der Zugang zum Album, so wie es die oben genannte Album-Trilogie innehatte, gestaltet sich auf „Black Laden Crown“ doch leider etwas sperrig. Auch nach mehrmaligem Hördurchgang blieb richtige Begeisterung auf meiner Seite bis anhin auf der Strecke. Wer weiss: Vielleicht springt der Funke ja noch über.

Im Ganzen also eine etwas ernüchternde Bilanz. Trotz allem bleibt auf der Haben-Seite zumindest für alte DANZIG-Jünger ein rundweg annehmliches Album übrig, das den Neunziger-Spirit im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder etwas aufleben lässt. Auch wenn DANZIG schon bessere Alben veröffentlicht haben, hat „Black Laden Crown“ seine absolute Daseinsberechtigung und versprüht dabei noch grundehrlichen Hard Rock.

7/10 Punkte

(Text by Pink)

 


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