Jenseits von Licht und Hoffnung

THE RUINS OF BEVERAST

Albumtitel: Exuvia

Genre: Death Metal/Black Metal/Doom Metal

Label: Ván Records

Anzahl Tracks: 6

Dauer: 67 Minuten

 

Vier Jahre nach dem Vorgänger „Blood Vaults (The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer)“ (2013) reicht Alexander von Meilenwald seinen nächsten Koloss nach. Der Alleinherrscher über THE RUINS OF BEVERAST äussert sich mit „Exuvia“ noch verstörender, als er es schon auf seinem Debüt tat. „Exuvia“ ist ein Kunstwerk, das aus der tiefsten Ebene seelischer Verderbnis geboren wurde. Wandelnd in immerwährender Düsternis tastet man sich in dem aus Fäulnis und Gestank umwehenden Labyrinth voran, in der Hoffnung, der Albtraum möge doch bald ein Ende – und somit auch du Erlösung finden.

THE RUINS OF BEVERAST führen dem Hörer den blanken Horror entgegen, der sich Mantra für Mantra für immer in den Gehirnwindungen festbrennt. Eine hypnotische Geisterbahn des Grauens, immer wiederkehrende, traumatische Erlebnisse; hinter jeder Ecke lauern Fratzen der Vergangenheit, geisterhafte Erscheinungen wandeln durch endlose Gänge und der nächste psychotische Schub ist stets in reichbarer Nähe.

Was Alexander von Meilenwald hier abliefert ist jenseits aller Hoffnung. Jedes Zünglein aus positiver Energie, das da unten auch nur wagt, kurz aufzuflackern, wird alsbald wieder im Keim erstickt – von unheimlicher Riff-Schwerness erdrückt oder mit niederschmetternder Gewalt zum Schweigen gebracht. Zurück bleibt lediglich ein von Würmer zerfressender Leib des Todes, der hier mit dir für alle Ewigkeit sein trostloses Dasein fristen muss. Eine Perversion des schlechten Geschmacks, die jede glückliche Erinnerung für immer aus dem Gedächtnis auszulöschen im Stande ist.

Mit „Exuvia“ zeigt THE RUINS OF BEVERAST bildlich auf, was möglich ist, wenn man sich von den weltlichen fesseln des Mainstreams löst und sich nur vom Ausdruck der musikalischen Kunst treiben und lenken lässt. Alexander von Meilenwald lotet die Extremitäten auf seinem neuen Werk dermassen aus, dass man die Musik sprichwörtlich greifen und schmecken kann und es mit echter Angst zu tun bekommen kann.

10/10 Punkte

(Text by Pink)

 


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