Stählerner Toast

BORN AGAIN

Albumtitel: Strike With Power

Genre: Heavy Metal/Hard Rock

Label: Massacre Records

Anzahl Tracks: 10

Dauer: 38 Minuten

 

Den ganz Aufmerksamen ist beim Studieren dieser Platte sicher aufgefallen, dass Coverartwork plus Albumtitel eine Adaption zweier Black Sabbath-Klassiker ist. Das Cover ist auf die „Never Say Die“-Scheibe und der Albumtitel auf den wohl unterbewertetsten Sabbath-Output „Born Again“ zurückzuführen, auf dem Ian Gillan, Frontröhre von Deep Purple, sein stimmliches Gesicht für einmal verlieh.

Bei allen Referenzen hätte als musikalischer Vergleich jedoch mehr ein Motörhead-Verweis gepasst. Bis auf „Preachers Of The Night“, der das Hauptriff des „Master Of Reality“-Opener „Sweet Leaf“ komplett abgriff, bedienen sich die Franzosen auf ihrem Debüt stilistisch mehr am britischen Trio des verstorbenen Lemmy Kilmister.

„Strike With Power“ begreift man schnell. Die Jungs feuern geradewegs ins Epizentrum der Heavy Metal-Kernfabrik und treten damit eine Welle los, die sich, so könnte ich mir vorstellen, speziell Live optimal entfaltet.

BORN AGAIN gehen immer in die Vollen. Hier wird nicht lang herumgehaspelt und für Rührseligkeiten ist keine Zeit, daher sucht man Balladen natürlich vergebens. Lieber verwendet man die kostbare Spielzeit, die sich mit nur achtunddreissig Minuten zwar etwas mager gibt, mit knackigen Riffs zu nutzen, die schnell verständlich sind und gleich in Mark und Bein übergehen. Für den finalen Lemmy-Touch sorgt Fronter Thierry, der an seiner rauchig-kratzigen Stimme zu urteilen nach sicher schon den ein oder anderen Whisky gezwitschert und hie und da an einem Glimmstängel gezogen hat.

BORN AGAIN’s Erstling richtet sich an die unkomplizierten Endkunden die ihr Steak blutig, den Kaffee schwarz und ohne Zucker und zum Frühstück ihren Toast schon mit reichlich Vitamin Stahl buttern.

7.5 Punkte

(Text by Pink) 

 


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