SEPULTURA 2.0.

SEPULTURA

Albumtitel: Machine Messiah

Genre: Thrash Metal

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 10

Dauer: 46 Minuten

 

Im Sinne der Anklage: Ja, ich gebe zu, ich habe mich mit SEPULTURA nicht mehr wirklich intensiv beschäftigt, seit die Besetzung aus Max und Igor Cavalera, Andreas Kisser und Paulo Xisto Pinto Jr. der Vergangenheit angehört. Dass ist jetzt schon eine ganze Weile her. Das Album „Roots“ (1996) ist somit das letzte Referenzwerk für mich, das ich aber dafür komplett auswendig aus dem Stegreif pfeifen kann. Nicht aus Unvoreingenommenheit habe ich den brasilianischen Thrash-Ikonen abgewendet – es hat sich einfach so ergeben. Bei all den musikalischen Projekten, mit denen ich bombardiert wurde und zum Glück immer noch werde, hatten SEPULTURA vermutlich irgendwie keinen Platz mehr.

Anyway! Soviel zu meiner Beichte. Höre ich mir SEPULTURA aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert um zwanzig Jahre gealtert heute an, lässt sich sagen, bin ich überrascht, was da musikalisch abläuft. Das vierzehnte Album „Machine Messiah“ wartet mit Überraschungen und auch den Erwartungen auf, die ich an eine Band wie SEPULTURA stelle und man auch stellen darf.

SEPULTURA 2.0. verblüffen und hauen mich völlig um. Mittlerweile vom 08/15-Thrash Metal abgewendet, wirken die neuen Entwicklungen für einen greisen SEPULTURA-Jünger wie mich zwar erstmals irgendwie befremdlich, sind mir aber lieber, als eine halbgare Neuinterpretierung eines Schizophrenia (1987) oder Beneath The Remains (1989).

An Heavyness haben die Jungs, deren einziges verbliebenes Gründungsmitglied Bassist Paulo Xisto Pinto Jr. ist, überhaupt nichts eingebüsst, sondern sogar einen ordentlichen Zacken zugelegt.

„Machine Messiah“ fehlt es zwar an Anlegepunkten, dafür klingt das Album wie aus einem konzeptionellen Guss und ist auf jeden Fall ein Album, das man sich mehrmals zu Gemüte führen muss, um die Maximalwirkung zu erzielen.

8/10 Punkte

(Text by Pink) 

 


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