Alleine erstarkt

LIMBONIC ART

Albumtitel: Spectre Abysm

Genre: Symphonic Black Metal

Label: Candlelight Records

Anzahl Tracks: 7

Dauer: 47 Minuten

 

LIMBONIC ART waren in den späten Neunziger ein sicherer Garant für hochtrabend qualitativen Symphonic-Black Metal. „Moon In The Scorpio“ (1996) und „In Abhorrence Dementia“ (1997) sind für mich beispielhaft, wie symphonischer Black Metal zu klingen hat. Seit LIMBONIC ART nur noch als Ein-Mann-Band von Daemon betrieben wird, ist der Keyboard-Anteil, der sich für LIMBONIC ART charakteristisch zeichnete, deutlich zurückgegangen. Trotzdem ist „Spectre Abysm“ näher an den Ursprüngen ihrer Glanztaten dran, als es deren vergangenen Releases bisher waren. Die Scheibe klingt fast so, als hätte sich Daemon nun endgültig damit abgefunden, dass sein früherer Sidekick Morfeus sich von LIMBONIC ART losgelöst hat. „Spectre Abysm“ hört sich entschlossen an. Wurde auf „Legacy Of Evil“ (2007) und „Phantasmagoria“ (2010) – letztgenanntes ebenfalls ein deutlicher Fortschritt, wobei man „Legacy Of Evil“ deutlich anhörte, dass Morfeus nicht mehr so richtig bei der Sache war, noch herumgedoktert, konzentriert sich Daemon gegenwärtig auf seine Stärken. So füllt er die Platte lieber mit energetisch aufgeladenen Gitarren-Melodien, die meistens ordentlich nach vorne dreschen und hält für langsamere Passagen, wo er gerne auch seinen choralen Gesang zum Ausdruck bringt. Die Klassik-angehauchten Keyboardklänge sucht man auf „Spectre Abysm“ zwar vergebens – diese dienen nun mehr zur Untermalung des Albums, „Spectre Abysm“ hört sich aber nicht mehr so zwanghaft, sondern befreiter an. Statt, wenn man so will, sich selbst zu kopieren, achtet Daemon auf ein runderes Gesamterscheinungsbild.

Somit ist „Spectre Abysm“ für meinen Geschmack – ignoriert man die beiden obengenannten Neunziger-Meisterwerke, das bis anhin stärkste LIMBONIC ART-Album seit zwanzig Jahren.

8/10 Punkte

(Text by Pink)          

 


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