EMOJI – DER FILM: Für Leute, die sonst nichts zu Lachen haben

EMOJI – DER FILM

Sparte: Animationsfilm

Erscheinungsjahr: 2017

Dauer: 86 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Anthony Leondis

Drehbuch: Anthony Leondis

 

Handlung

Gene, ein Emoji, darf endlich auf Alex‘ Handy arbeiten, doch am grossen Tag – in dem Moment als Alex seiner Angebeteten das Emoji „Mäh“ (Gene) schicken möchte, entgleisen Gene die Gesichtszüge. Natürlich ist dies ein absolutes No-Go in der Welt der Emojis, denn jedes Emoji steht bekanntlich ja nur für einen einzigen Gesichtsausdruck. Gene macht sich zusammen mit „High Five“ und „Jailbreak“ auf den Weg zu einer Hacker-App, um dieses Problem zu lösen.

 

Fazit

Ganz ehrlich, ich wollte mir EMOJI – DER FILM nicht ansehen. Die Kritiken waren bislang ziemlich schlecht und wer sieht sich schon gerne einen Film an, der nicht wirklich gute Unterhaltung verspricht. Da meine neunjährige Tochter jedoch diesen Animationsfilm unbedingt sehen wollte, liess ich mich breitschlagen. Auch wenn ich für diesen Kinobesuch extra meinen ganzen Optimismus hervorkramte, so kann ich im Endeffekt leider kein positives Urteil abgeben. Die Story an sich ist zwar nicht mal so schlecht und zudem haben sich ein paar gute Ideen in den Film geschlichen, doch die Umsetzung versprüht leider nicht sehr viel Wärme. Die Figuren bleiben sehr eindimensional und Lacher sind eher selten. Im Kinosaal sassen ca. fünf Erwachsene und zwölf Kinder. Während der Filmdauer von sechsundachtzig Minuten gab es fünf Stellen, an denen man leichtes Gekicher vernehmen konnte – dazu kamen ca. zwanzig Szenen, wo man dachte „Okay, das sollte jetzt ein witziger Moment sein, doch irgendwie möchte man nicht lachen“. Dass das unerschrockene Trio im Film durch diverse Apps wie YouTube, Just Dance oder Spotify auf ihrem Weg zur Hacker-App wandert, ist im Ansatz toll, in der Ausführung leider nur Mittelmass. Dem Film fehlt es an Liebe und Emotionen. Dass diverse Emojis im Film nur eine einzige Gefühlsregung zeigen können, ist eher anstrengend als witzig. Hier dienen als Beispiel die Eltern von Gene, die ein gelangweiltes Emoji verkörpern und daher auch permanent so sprechen, auch wenn sie innerlich total aufgeregt sind. Wenn sie dann zum zehnten Mal in total gelangweiltem Ton erwähnen, dass sie ja gerade sooo sehr aufgeregt sind, legt sich die gelangweilte Haltung auch immer mehr über das Gesicht des Kinobesuchers. Für Kinder, die an einen Animationsfilm nicht sooo grosse Ansprüche stellen, mag dieser Film durchaus unterhaltsam sein, doch Erwachsene werden einen Kinobesuch bereuen. Im direkten Vergleich fand ich sogar Angry Birds eine kleine Spur besser – und der war ja schon kein Meisterwerk. EMOJI – DER FILM kriegt daher von mir lediglich vier von zehn Punkten.

4/10 Punkte

(Text by Ralph)

 


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