Sozialkritik am Stammtisch

TANKARD

Albumtitel: One Foot In The Grave

Genre: Thrash Metal

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 10

Dauer: 48 Minuten

 

Sommerzeit ist Grillzeit ist Bierzeit! Welche Band der härteren Gangart eignet sich da wohl am besten, um der geselligen Runde mit der richtigen musikalischen Würze einzuheizen? Natürlich: TANKARD! Fünfunddreissig Jahre und siebzehn Studioalben alt, aber kein bisschen Rost angesetzt. „One Foot In The Grave“ heisst der neuste Dreher. Doch aufgepasst: Die unbeschwerte Bierseligkeit lassen die Frankfurter diesmal ausnahmsweise beiseite und klingen stattdessen ernste-sozialkritische Themen an. Tja! Wenn selbst an TANKARD, den Erfindern des „Alcoholic Metal“, die heutige weltliche und politische Lage nicht spurlos vorübergeht, dann muss die Lage wirklich prekär sein. Oder? Ich find’s gut, dass die Herren Stellung beziehen. Selbst der traditionelle Biersong „Secret Order 1516“ kommt dabei nicht ohne Sozialkritik davon. Ganz ohne Spass wollten TANKARD ihr jüngstes Machwerk aber doch nicht ins Presswerk geben und packten mit „Sole Grinder“ einen typischen Augenzwinker auf die Platte, mit dem sie Bandmanager Buffo Schnädelbach durch die TANKARDische Mangel drehen.

Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass das Ganze in einem gewaltigen Thrash-Feuer abgehandelt wird. Man darf TANKARD nicht unterschätzen und so bietet „One Foot In The Grave“ hochkarätiges Riffing mit einer Top-Produktion, gebraut in den Gernhard Studios von Martin Buchwalter.  

„One Foot In The Grave“? Mitnichten! Dass Gerre und Co. nicht nur genug Biergeschichten auf Lager hätten, um die nächsten fünfunddreissig Jahre weitere siebzehn Alben zu füllen, sondern auch sonst was zu sagen haben, darf man ihnen aber allerspätestens jetzt aufs Wort glauben. In diesem Sinne: Prost auf eine bessere Welt!

8/10 Punkte,

(Text by Pink) 


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