Stiefsohn mit teuflischen Absichten

LITTLE EVIL

Sparte: Horrorkomödie

Erscheinungsjahr: 2017

Dauer: 94 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Eli Craig

Hauptdarsteller: Evangeline Lilly, Adam Scott, Owen Atlas

 

Jeder Filmfan kennt sie: Die Omen-Filmreihe. Das Netflix-Original LITTLE EVIL widmet sich in witziger Form einem ähnlichen Thema zu: Gary hat vor kurzem die alleinerziehende Mutter Samantha und gleich dazu noch ihren einzigen Sprössling Lukas dazu geheiratet. Eigentlich kein Problem, denn Gary kann gut mit Kindern und versucht mit voller Zuversicht, die Beziehung und das Vertrauen zu Lukas aufzubauen, um ihm ein möglichst guter Stiefvater zu sein. Doch Stiefväter haben es bekanntlich niemals leicht. Die Vorfälle, mit denen Gary es jedoch zu tun bekommt, übersteigen die Grenzen des normalen Bereichs, mit denen sich Stiefväter ansonsten so herumschlagen müssen. Denn Garys Verdacht verhärtet sich infolge mysteriöser Vorfälle immer mehr, dass Lukas übersinnliche Kräfte besitzt, nein, dass er vom Teufel besessen oder gar der Satan persönlich ist, dessen Ziel es ist, im Körper des jungen Lukas die Apokalypse einzuläuten.

 

Eigentlich bin ich ja alles andere als ein Fan von „Verarschungs-Filmen“ wie Scream, da mir dieses Genre oft zu überspitzt rüberkommt und ich unter Humor etwas anderes verstehe, als übertrieben-nachgespielte Filmszenen mit ollen Slapstick-Einlagen. Aber jedem, wie er will.

Zum Glück ist da LITTLE EVIL ganz anders. Klar nimmt sich der Film die Referenzen der Omen-Trilogie zur Brust und Lukas könnte Damien dem Aussehen nach nicht ähnlicher sein. Was sich zu Anfang zwar immer mehr als Omen-Parodie abzeichnet, entwickelt sich in LITTLE EVIL immer mehr zu einer wahnwitzig-urkomischen Alleinhandlung. LITTLE EVIL ist sicher kein erzählerischer Überflieger in seiner Hauptstory, weiss aber durch die schauspielerischen Leistungen der Hauptcharaktere wie auch der brillanten Besetzung in den Nebenrollen, den Streifen mit allerlei Witz und flotten Sprüchen zu würzen. So nimmt sich die zwar zugegeben sehr vorhersehbare Geschichte die grösste Stärke daraus heraus, den Zuschauer nebenher mit Kurzweil zu erheitern und ihn somit bis zum Abspann am Bildschirm zu halten.

 

Und wirklich: Eli Craig läuft in seiner Horrorkomödie so gut wie nie Gefahr, das  der Zuschauer seinen Film vor dem Ende wegzappt, vorausgesetzt natürlich, man mag diese Form des etwas düsteren Humors. Wenn ja, bietet sich LITTLE EVIL als optimale Familien-Abendunterhaltung an, wobei einige wenige blutige Szenen aber doch nicht den ganz jungen Kinderaugen zugedacht sein dürften.

7/10 Punkte

(Text by Pink)