Verlässliche Konstante

PARADISE LOST

Albumtitel: Medusa

Genre: Doom Metal

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 8

Dauer: 42 Minuten

 

PARADISE LOST gehören zu der Sorte Band, die in ihrer gesamten Bestehungszeit stets Top-Alben abgeliefert haben. Selbst wenn viele den 99er Output „Host“ nicht zu den Nummer-Eins Platten der britischen Erfinder des Gothic-Metal zählen wollen und auch der Vorgänger „One Second“ (1997) nicht die Standards der Band erfüllten, gehört jeder Scheibe den gebührenden Platz in der umfangreichen PARADISE LOST-Discographie inne. Spätestens aber mit „In Requiem“ (2007) spielten sich PARADISE LOST wieder in die Herzen der Fans der ersten Stunde.

Wenn nicht, so sollte der Fünfer, der im Line-Up mit Ausnahme an der Schlagzeug-Besetzung seit nahezu dreissig Jahren in derselben Konstellation aufspielt, mit „Medusa“ jeden, aber auch wirklich jeden Anhänger früherer Machwerke wieder von Grund auf überzeugen.

Das Werk ist etwas vom düstersten, dass die Herren Holmes/Mackintosh/Aaron/Edmondson auf die Bruder- und Schwesternschaft doomiger PARADISE LOST-Klänge loslassen. So nah wie mit „Medusa“ schwänzelten PARADISE LOST schon lange nicht mehr um ihren Ur-Stil herum und wer hier nicht die Rundumbedienung erhalten sollte, meckert auf ganz hohem Niveau.

Nick Holmes growlt sich die Seele aus dem Leib, als hätte sie seit Jahrzehnten in seinem tiefsten Innersten so lange gären müssen, um nun endlich in dieser Form aus der Dunkelheit ans Licht zu kommen. Natürlich wartet Holmes auch mit seinen Cleans auf, hautsächlich wirken hier jedoch seine grundtiefsten stimmlichen Instinkte.

Ebenso verlässlich wie seit eh und je gibt sich die Saitenfraktion. Mehr auf die Rhythmik fokussiert, weiss Gregor Mackintosh seine Leads fast schon beiläufig- aber allgegenwärtig zum Besten zu geben – von Reduzierung darf aber weder die Rede sein, noch darf man ihnen Ideenlosigkeit zum Vorwurf machen – PARADISE LOST konzentrieren sich bei „Medusa“ eher auf das wesenhafte ihrer Musik, das Agieren der einzelnen Postenbesetzung der Band ist dabei aber immer noch so beispielhaft, wie es nur sein kann.

Nächstes Jahr dürfen PARADISE LOST ihr dreissigjähriges Bandbestehen begehen. Und ich bin zuversichtlich, dass Holmes/Mackintosh und Co. uns weiterhin als verlässliche, aber immer wieder neue interessante Konstante erhalten bleiben.

9/10 Punkte

(Text by Pink)

 


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