Der Leibhaftige ist unter uns

KREATOR

Albumtitel: Gods Of Violence

Genre: Thrash Metal

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 11

Dauer: 51 Minuten

 

Es ist vollbracht! Drei Jahre haben Mastermind Mille Petrozza und seine Mannen an „Gods Of Violence“ gebastelt. Und das Endergebnis lässt sich sowas von hören! Nach vierzehn Alben schaffen es KREATOR immer noch, echte und tiefe Emotionen zu erwecken. Thematisch hautnah im aktuellen Weltgeschehen verwurzelt, das immer schlimmere Ausmasse annimmt und ansteigend hässlichere Gesichter von sich zeigt, legen Mille und Co. den Soundtrack darunter und nennen das Kind beim Namen: „Satan Is Real“.

Der dritte Titel auf „Gods Of Violence“ spricht eine deutliche Sprache und wendet sich direkt ans Volk und all die selbsternannten Märtyrer, die versuchen, uns ihren Gott mit allen vorhandenen Mitteln aufzuzwingen und dafür sprichwörtlich über Leichen gehen. Ein heiliger Krieg ist schon lange wieder im Gange. Täglich spielen sich Szenarien von Bombenanschlägen genau vor unseren Augen ab, von Leuten verübt, die Religion und ihr selbstkreiertes Bild von Gott als ihr für alles entschuldbares Argument für ihre unverzeihlichen Taten vorschieben.

Dieses Grundschema zieht sich wie ein roter Faden durchs komplette Album. Hass, Krieg, religiöse Verblendung, ja sogar die Vorstellung von einem dritten Weltkrieg kommt hier zur Sprache, ein Thema, dass in greifbarer Nähe ist und nur noch ein Wimpernschlag vor der Realität entfernt ist.

„Gods Of Violence“ ist ein Parabelbeispiel dafür, dass Thrash Metal weit entfernt von Stumpfsinn werkelt – wird diese Stilform doch öfters mal belächelt und auf irgendwelche Nichtigkeiten reduziert. Mille's Vocals, die er auf jede vor Melodienreichtum triefende Riff-Abrissbirne im Album legt, kommen ergreifend nah und direkt aus den Boxen gedonnert, packen dich am Schopf und rütteln dich (hoffentlich) wach.

„Gods Of Violence“ klingt auch nach dem Hörgenuss noch lange markerschütternd nach, deckt lyrische, beschämende Berührungspunkte und Denkansätze des menschlichen Daseins auf und reckt dabei stolz den erhobenen Mittelfinger der Welt entgegen.

10/10 Punkte

(Text by Pink)

 


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