Mörderische Zukunftsversprechungen

SOG

Autorin: Yrsa Sigurdardottir

Sparte: Thriller

Verlag: btb

Anzahl Seiten: 444

 

Komissar Huldar wurde nach dem letzten Einsatz von seinem Chefsessel runter katapultiert und muss sich nun mit der langweiligen Aufgabe befassen, eine Zeitkapsel auszuwerten, die auf einem Schulgelände gefunden wurde. In eben dieser werden mehrere Morde angekündigt, die 2016 begangen werden sollen. Leider sind nur Initialen angegeben und auch der Verfasser dieser Kapsel ist nicht so leicht ausfindig zu machen. Aber nach einigen Nachforschungen in der ehemaligen Schule, wo diese Zeitkapsel eingegraben wurde, weiss Huldar nun, wer der Verfasser ist. Das führt ihn wieder zu Freyja, die Kinderpsychologin, die auch wegen jenem letzten Einsatz die Karriereleiter nach unten geklettert ist. Sie soll ihn begleiten wenn sie den Kapselschreiber nach den Initialen fragen. Um den Kapselschreiber gibt es einige Geheimnisse. Er ist der Sohn eines Kinderschänders und Mörders. Und alle Unterlagen, die mit ihm zu tun haben, sei es nun im Gericht oder im Kinderhaus, fehlen.

Gleichzeitig werden die abgetrennten Hände eines Mannes gefunden. Und kurz darauf wird der Finder dieser Hände brutal ermordet. Irgendwie scheinen die Morde mit der Zeitkapsel zusammen zu hängen. Und Schwups sind Huldar und Freyjar wieder mitten in einem neuen Fall.

Yrsa Sigurdardottir schreibt flüssig und spannend, wie keine andere. Kein Wunder, dass sie sich von einem Geheimtipp zu einer Bestseller-Autorin gemausert hat. Nicht nur die Geschichte ist in sich stimmig, auch die Charaktere der Ermittler entwickeln sich weiter. Obwohl das Buch über vierhundert Seiten hat, kommt nie Langeweile auf. Die Geschichte entwickelt sich und wird immer spannender und zwar bis zur letzten Seite im Epilog. Sie schreibt über die Abgründe der menschlichen Seele und was diese mit den Menschen und in den Menschen anrichtet. Über Rache und Trauer und was einen am Leben hält. Obwohl die Morde an sich grausam sind, ist der Thriller nicht auf Effekte aus, sondern beschreibt mehr die Emotionen der Protagonisten.

Ich mag die skandinavischen Thriller und Krimis, sie sind eher leise und nicht so brutal. Und dieser hier ist keine Ausnahme. Ich freu mich schon wenn die Geschichte der beiden Ermittler weiter geht.

(Text by Melanie)


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