Pures Chaos in Reinform

MRTVI

Albumtitel: Negative Atonal Dissonance

Genre: Extreme Metal

Label: Transcending Obscurity

Anzahl Tracks: 3

Dauer: 41 Minuten

 

„Negative Atonal Dissonance“, das neue Album des 2014 gegründeten Ein-Mann-Projektes, ist das pure Chaos in Reinform. Die drei Songs, die auf eine Laufzeit von fast zweiundvierzig Minuten kommen, stellen die Ohren und Nerven auf eine enorm harte Prüfung. Ich kann es niemandem verübeln, wer hier entnervt und desorientiert die Stopp-Taste drückt, um weitere Schäden zu vermeiden. Ich bin mir so einiges gewohnt, was in der abseitigen Musikwelt der Extreme so abläuft. Aber MRTVI wird bei mir für immer in Erinnerung bleiben.

„Negative Atonal Dissonance“, ist nichts für Struktur-Autisten. Hier gerät die weltliche Ordnung gehörig ins Wanken, oder fällt bei den Meisten gleich komplett auseinander. Ich weiss nicht, in was für einer Stimmung man sein muss, um sich ein Album wie „Negative Atonal Dissonance“ freiwillig anzutun – ausser man ist Musikrezensent und macht dies mehr oder weniger aus beruflichem Interesse, oder man ist masochistisch veranlagt oder einfach nur unrettbar krank in der Birne.

Da ich zum einen der ersten Gattung angehöre und ich mir das nicht zwingend antun MUSS, zur anderen Hälfte die unbändige Neugierde in mir siegte, also ich das Album hören WOLLTE, kämpfte ich mich zum Teil schmerzerfüllt gleich mehrere Male durchs komplette Album, weiss ich jetzt nicht mehr so genau, ob ich mir jetzt Sorgen machen muss?

Aus rein künstlerischer Perspektive betrachtet – und das muss man, denn von „Musik“ kann hier zum grossen Teil nicht einmal mehr im weitesten Sinne die Rede sein – stellt „Atonal Dissonance“ eine einzige Dissonanz dar (das Wort findet sich schliesslich schon im Albumtitel). Die Stücke spotten jeglichem Zusammenhang. Hier wird geschmiert, gegeifert, gekotzt und geschissen, wie man gerade mag. An Atmosphäre mangelt es dem Album jedoch nicht. Das Werk kann damit ganz gut in der Ambient/Noise-Schublade untergebracht werden, also mehr als klangliche Untermalung in der Filmbranche oder für ähnliches als akustisches Beiwerk unterlegt werden.

Bis jetzt erstmals in der Geschichte meiner Laufbahn als freiwilliger Rezensent, fühle ich mich ausserstande, ein Album irgendwie zu Bewerten. Hört euch das Teil selbst an – bestenfalls vorab auf Bandcamp, bevor ihr euch für einen Kauf entscheidet, denn das hier ist etwas für die ganz Harten – denkt euch eine Zahl zwischen Eins bis Zehn, oder teilt uns unten im Kommentar eure kompetente Meinung mit.

Wertung für den Rezensenten unmöglich

(Text by Pink)

 


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