Einfühlsam und verstörend

BLEEDING

Albumtitel: Elementum

Genre: Progressive Metal

Label: Pure Prog Records

Anzahl Tracks: 9

Dauer: 52 Minuten

 

In einer Woche erscheint der neuste Dreher einer meiner Lieblings-Newcomer aus der deutschsprachigen Region, wobei man nur noch bedingt von „Newcomer“ sprechen kann, denn BLEEDING haben sich mittlerweile zu einer festen Grösse im Underground der progressiven Klänge gemausert. Nicht so lange her, da durften die Jungs als Vorband von Psychotic Waltz die Bühne bestreiten, deren Album „Bleeding“ mitunter für den Taufnamen der Combo verantwortlich ist. Ich bin mir sicher, dafür ging für den Vierer ein lang gehegter Traum in Erfüllung und mag es ihnen von Herzen gönnen.  

Der zweite Fullenght knüpft nahtlos an ihren Vorgänger „Behind Transparent Walls“ an, wobei die neuen Songs noch einmal eine Schippe an Ideenreichtum, kompositorischer Feinraffinesse sowie den urtypisch klanglichen Psychoresonanzen, die BLEEDING stets sorgsam in ihre Songs zu injizieren wissen, drauflegen.

Der neue Longplayer „Elementum“ klingt einfühlsam und verstörend zugleich und hebt sich gerade deshalb von den vielen hausierenden Progressive-Acts löblich ab. Hier wird nichts verschönert noch gibt man sich protzend-instrumentaler Selbstbeweihräucherung hin, auch wenn sie es könnten. Das Zusammenspiel als Band steht auf dem Album im Vordergrund, woraus ein in sich geschlossenes Ganzes gebildet wird. Auf der einen Seite harmonisieren wundersame Melodiebögen das Songkonzept und gerade hat man sich daran gewöhnt, reissen BLEEDING die vermeintliche Idylle durch Thrash-artiges Kanonenfutter, wirr aneinandergereihte, progressive Klangpsychosen oder dissonante Tonabfolgen wieder ein. Ebenso massgeblich beteiligt an dieser geradezu aggressiven Vorgehensweise, mit denen BLEEDING ihre Hörerschaft aus ihren Tagträumen reissen, ist der Fronter Haye Graf, der seine Lyrics rund um Religion, Extremismus und dem alltäglich-einhergehenden Wahnsinn dem Hörer entgegenschleudert.

„Elementum“ wird, aber will auch nicht jedem gefallen und ist alles andere als bequem. Überhaupt: Für das, was BLEEDING bisher veröffentlicht haben, gibt es vermutlich keine halben Sachen. Zu tief sind die Abgründe in die man stürzen kann, als dass man deren Alben einfach unachtsam nebenher laufen lassen könnte.

Grossartig!

9/10 Punkte

(Text by Pink)

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0