Instrumentales Storytelling

LONG DISTANCE CALLING

Albumtitel: Boundless

Genre: Progressive Metal

Label: Inside Out Music

Anzahl Tracks: 8

Dauer: 49 Minuten

 

LONG DISTANCE CALLING ist eine Band, an die man sich zunächst herantasten muss. Meint man, sie haben mit den vergangenen beiden Alben ihren Zenit erreicht oder die Stilsuche abgeschlossen. Haben sie doch auf ihren vergangenen beiden Scheiben einen Sänger zur Erweiterung ihres musikalischen Horizonts eingestellt und mit «The Flood Inside» (2013) und «Trips» (2016) Alben eingespielt, die sich sogar erfolgreich in den Charts platzieren konnten, ist der Posten am Mikrofon mittlerweile wieder leer. LONG DISTANCE CALLING lassen sich nicht kaufen und machen das, worauf sie Bock haben. Und wer braucht bei einem Format wie LONG DISTANCE CALLING schon einen Sänger? Denn das Münster Quartett weiss auch ohne Worte grossartige Geschichten zu erzählen.

Das sechste Werk beweist einmal mehr die immense Kragenweite, den Fassungsreichtum und die unerschöpfliche Inspirationsquelle der Band. Das instrumentale Storytelling schreibt dabei Bände und entfaltet sich im Geiste des Hörers zu bildlichen Darstellungen, die jenen wiederum dazu inspiriert, seinen kreativen Fluss irgendwie zu kanalisieren, womit sich der Kreis am Ende wieder schliesst.

LONG DISTANCE CALLING bauen mit ihrem Werk Welten, die erforscht und tiefer ergründet werden wollen. Der Vierer zaubert dabei verträumte Horizonte, düster-melancholische Welten bis hin zu Crime Noir-Thematiken, die sie mit erdigen Beats, dem stets innewohnendem progressivem Grundcharakter aber ebenso leichtfüssigen Grundton aus spät-floydianischen Einflüssen vor das geistige Auge projizieren.

Ein wahrer Genuss!

9/10 Punkte

(Text by Pink) 

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0