Archiv Musik Reviews


V-Z

V. A.

Albumtitel: 20 Years-Metal Addiction

Genre: Metal

Label: AFM Records

Dauer: 180 Minuten

 

AFM Records bringt eine Metal Compilation auf den Markt, auf der sich viele bekannte Metal-Größen

vereinen. Unter anderem sind U.D.O., AVANTASIA, DORO, SHAKRA, LORDI, DANZIG, D-A-D, u.v.m. darauf zu finden. Also alles was das geneigte Metal-Herz höher schlagen lässt.

Das Ganze ist auf drei CDs oder zwei Deluxe-Vinyls zu haben. Wäre vielleicht auch ein nettes Weihnachtsgeschenk. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen, da es sich ja um „gestandene“ Bands und Künstler handelt, die wissen was sie tun. Demzufolge ist die Qualität der Songs natürlich hoch.

Keine Wertung

(Text by Melanie)


VADER

Albumtitel: Iron Times

Genre: Death Metal

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 4

Dauer: 13 Minuten

 

VADER wärmen schon mal vor und verkürzen uns die Wartezeit mit der EP „Iron Times“ auf ihr im Herbst angekündigter Fulllenght „The Empire“. Vertreten sind zwei brandneue Songs, der rasante Opener „Parabellum“ und die saumässig groovende Nummer „Prayer To The God Of War“. Mit „Piesc I Stal“ covert Piotr Wiwczarek sich quasi selbst und schiebt eine Nummer seiner Zweitband Panzer X nach bevor sich VADER mit dem Motörhead Cover „Overkill“ auf ihre Weise vom verstorbenen Lemmy Killmister verabschieden.

Wenn man „Iron Times“ als Referenz für ihr kommendes Album nehmen kann, verspricht die neue Rille eine groovende Angelegenheit zu werden. Man darf sich also freuen.

Keine Wertung

(Text by Pink)


VARIOUS ARTISTS

Albumtitel: Meantime (Redux)

Genre: Post Hardcore

Label: Magnetic Eye Records

Anzahl Tracks: 16

Dauer: 58 Minuten

 

Vermutlich geht es vielen Musikinteressierten meines Jahrgangs beim Betrachten des Coverartworks ähnlich wie mir und es werden bei der Farbgebung Erinnerungen im limbischen System wachgerufen. Richtig? Richtig. Denn VARIOUS ARTISTS „Meantime (Redux)“ widmet sich dem Underground-Meisterwerk „Meantime“ der Post Hardcore Band Helmet, das vor fünfzehn Jahren auf der Bildfläche erschien.

Fünfzehn ist auch die magische Zahl auf dem Album. Denn genau diese Anzahl an eher unbekannteren Combos geben sich auf dem Album die Ehre, das Werk gebührend zu Covern. Das heisst, eigentlich sind es zehn, die „Meantime“ mit ihrer Vertonung würdigen. Denn die letzten fünf Songs setzen sich aus den Helmet-Alben „Strap It On“  (1991), „Betty“ (1994) und „Aftertaste“ (1997) zusammen.

Auf eine Aufzählung aller beteiligten Bands möchte ich verzichten. Denn seien es die Berliner Sludge Rocker Earth Ship, die Kanadier Ken Mode oder die Stoner Rock Truppe Kings Destroy. Jede einzelne Combo auf dem Coveralbum gibt Vollgas und setzt ihre ganz eigene Fussnote unter die Kompositionen.

Ob man jetzt das Album als Besitzer des Originals braucht, muss jeder für sich selbst aushandeln. Ich persönlich finde es eine coole Sache, dass man auch einmal einem weniger berühmten Werk seine verdiente Hommage widmet.

(Text by Pink)


VINUM SABBATUM

Albumtitel: Apprehensions

Genre: Hard Rock/Doom

Label: Northern Silence Records

Anzahl Tracks: 7

Dauer: 47 Minuten

 

VINUM SABBATUM sind sowas wie die finnische Underground-Antwort auf Deep Purple. Auch wenn die Jungs noch kilometerweit von den Urvätern des Rocks entfernt sind, hört man doch gewisse Parallelen zu ihnen heraus.

Ihr neustes Werk „Apprehensions“ unterhält auf solidem Niveau und weiss guten Rock Spirit freizusetzen. Wenn einzelne Synthesizers-Effekte recht billig um die Ecke kommen und die aufgebaute Soundepik dadurch kurzzeitig zunichtemachen, bringt die Truppe bald darauf durch interessant eingestreute Einfälle das Kind in trockenen Tücher nach Hause.

Sänger Janne Salo brilliert als die grosse Stärke des Albums, dem hier keinerlei Ausfälle angedichtet werden können und dank dessen Stimme „Apprehensions“ auf eine gewisse „Rock Star Ebene“ gehoben wird.

7/10 Punkte

(Text by Pink)


VIOLENT REVOLUTION

Albumtitel: State Of Unrest

Genre: Thrash Metal

Label: Iron Shield Records

Anzahl: Tracks 10

Dauer: 34 Minuten

 

VIOLENT REVOLUTION aus Phoenix, Arizona machen keine grossen Geschichten und schmeissen uns mit „State Of Unrest“ ein Album vor die Füsse, das dort wie ein überraschend gezündeter Böller explodiert. Das Feuerwerk beinhaltet kurze aber intensive Thrash-Attacken, die sich in gewaltigen Hardcore-Crossover Eskapaden entladen. Im Geiste stehen dabei gross in Lettern D.R.I. und S.O.D. geschrieben.

Die Kürze des Drehers lässt die Songs dabei umso intensiver wirken, die das Quartett um ex-Agent Steel-Viersaiter Goerge „Geo“ Robb“ auf das wesentlichste reduzierten.

Der Schnellzünder ist mehr was für die ältere Liga der Thrash-Anhängerschaft, diese kommen hier aber voll und ganz auf den nostalgischen Achtziger-Kurztrip.

7/10 Punkte

(Text by Pink)


WOLF HOFFMANN

Albumtitel: Headbangers Symphony

Genre: Metal/Klassik

Label: Nuclear Blast Records

Anzahl Tracks: 11

Dauer: 48 Minuten

 

Er hat es wieder getan. WOLF HOFFMANN, seines Zeichens Riffmeister bei Accept, lässt mit „Headbangers Symphony“ nach „Classical“ (1997) eine weitere Klassikvertonung auf die Metal- und Rockgemeinschaft los und stellt seine Dienste erneut in die Rockstars vergangener Jahrhunderten wie Beethoven, Mussorgsky, Tchaikovsky, Vivaldi, Bizet, Mozart oder Haydn.

Keine Frage natürlich, dass Hoffmann alles astrein aufs Tapet bringt. Die Harmonien erfüllen ihre Zweckmässigkeit und zaubern auch hie

und da ein wohliges Frösteln auf meine Haut. Jeder Ton sitzt und kommt glasklar aus den Boxen. Aber das war’s dann auch.

Bei „Headbangers Symphony“ kommt es eigentlich darauf an, wie man das Ganze betrachtet und wofür man die Scheibe braucht. Sieht man die Platte schlicht als Hoffmann‘s persönliche Huldigung an seine stillen Helden funktioniert sie genauso gut wie als Schnellkost für die Autofahrt von A nach B.

„Headbangers Symphony“ ist was es ist: Eine weitere Klassik-Adaption eines ambitionierten und grossen Rockgitarristen.

Für meinen Geschmack hat das Album aber doch etwas zu viel Weichspüler abbekommen und bevorzuge daher nebst den Originalen auch lieber die Versionen von Emerson Lake And Palmer oder Mekong Delta. Mir fehlt hier das Organische, die Lebhaftigkeit, das Wilde und das Echte.

 Deshalb bleibt für mich „Headbangers Symphony“ auch nur bedingt empfehlenswert.

6.5/10 Punkte

(Text  by  Pink)


ZAUM

Albumtitel: Eidolon

Genre: Psychedelic Doom Metal

Label: I Hate Records

Anzahl Tracks: 2

Dauer: 41 Minuten

 

Zwei Jahre sind ins Land gezogen, seit die Kandier mit „Oracles“ ihre biblische Odyssee vertonten. Bei „Eidolon“, dem Zweitwerk des Duos, haben die Herren die Songanzahl halbiert und dafür an Intensität nochmals zugelegt.

Was uns ZAUM hier für einen Brocken vorsetzten braucht richtig Zeit zur Verdauung. Es ist kaum zu glauben, dass für diese mächtige Soundkulisse lediglich zwei Mann verantwortlich sind.

Die beiden Tracks „Influence Of The Magi“ und „The Enlightenment“, beides über zwanzigminütige Kolosse, ähneln sich von Struktur und Aufbau, ermöglichen dem Konsumenten aber trotzdem zwei komplett andere

Erlebnisse.

„Influence Of The Magi“ ist dunkler, unheilvoller, okkulter, unheimlicher, während sich „The Enlightenment“ freundlicher, hoffnungsversprechender und orientalischer präsentiert. Die Musik und die Erfahrungen die der Hörer individuell daraus zieht, sprechen hier für sich.

ZAUM drücken mit ihren Gesängen und deren Intonation aus geisterhaften Beschwörungsformeln und geifernde Monstrositäten meditative Tiefenerlebnisse aus und könnten genauso gut komplett ohne Lyrics auskommen.

„Eidolon“ fährt direkt in die Psyche und vollführt dort einen akustischen Rauschtanz. Die immer gleichen Rhythmusabfolgen steigern sich wie ein Mantra ekstatisch und schwingen sich in ungeahnte Höhen hinauf.

ZAUM würzen die eigentlich monotonen Abläufe ihrer Songs mit immer mehr Klangbeigaben aus Synthesizers, Citar, perkussivem Beiwerk und füttern das Kopfkino zunehmend mit Bildern.

Für diese meisterhafte Machwerk und das schöpferische Potenzial, das im Übrigen ohne elektrischen Sechssaiter pulsiert, ich würde mich selbst belügen, sollte ich dies hier nicht mit einer dicken, fetten Zehn würdigen.

10/10 Punkte

(Text by Pink)