Bad Taste Filme


INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE

Originaltitel: 中國超人 (ZhōngGuóChāoRén

The Infra Superman

Sparte: Science Fiction

Erscheinungsjahr: 1975

Dauer: 85 Minuten

Originalsprache: Mandarin, Kantonesische Sprache

Regie: Shan Hua

Drehbuch: Kuang Ni

Produktion: The Shaw Brother

Hauptdarsteller: Danny Lee, Terry Liu, Hap Wong, Lin-Wen Wie, Yuan Man-Tzu, Shu-Yi Tsen Ching

      Lung-Huang, Bruce Le

 

Handlung: Dämona und ihre Monsterzwerge wollen die Erde erobern

Die Herrscherin der Unterwelt, Dämona, ist von ihrem Jahrmillionen andauernden Schönheitsschlaf erwacht. Zusammen mit ihren Lakaien will sie sich nun endlich die Erde untertan machen und die Menschheit zu ewiger Knechtschaft verdonnern. Doch die peitschenschwingende Domina, ähh, Dämona, hat die Rechnung ohne den Professor Liu gemacht, der sein Lebenswerk nun endlich in die Tat umsetzen darf.

 

Nachdem er sein wohlbehütetes Geheimprojekt, den „Infra Superman“, mit aufwendigen Brimborium an seinem auserwählten Gehilfen Ray, der sich bereitwillig zu dieser Tortur zur Verfügung gestellt hat, beendet hat, wird dieser mit Superkräften ausgestattet und laut Liu so gut wie unbesiegbar und zum stärksten Menschen der Welt. Nichts geringeres als die ganze Zukunft der Menschheit hängt ab jetzt von ihm ab.

 

Review: Ein knallbunter Aufmarsch an schlechtem Geschmack

Die komplette Story ist natürlich totaler Dünnpfiff. Und die ganze Aufmachung drumherum erst recht. Die bunte Monsterparade die sich zum allgemeinen verkloppen einreiht und vor der Kamera aufmarschiert, und das geschieht wirklich nicht zu knapp, ist ein verkleideter Haufen von fäusteschwingender Halbidioten.

 

Der sogenannte Superheld des Streifens „Infra Superman“ ist auch nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen. Merkt dieser doch erst nach minutenlanger Balgerei in „Natura“ dass er eigentlich Superkräfte hat und dem Treiben in kurzer Zeit das erlösende Ende setzten könnte. Um den Zuschauern kundzutun, dass er sich verwandelt, folgt auch jedes Mal eine Einleitung mit Rückwarts- und Vorwärtssalto sowie abschliessender kerzengerader Bauchlage in der Luft. Das wollen uns die Macher dieses „Special Effects“ jedenfalls weissmachen.

 

Eigentlich ist die INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE nichts anderes als ein Karatefilm mit oller Verkleidung, die man aus abgelutschten Pirelli-Pneus, bunt  angesprühtem Altmetall, abgetragenen Stoffresten, staubzerfressenen Puppenhaaren und dergleichen zusammengetakert und als Endverwertung missbraucht hat. Mit den Filmrequisiten, die dieses Z-Movie Meisterwerk ziert und dem Billigpanorama Made in China ist es dabei auch nicht besser bestellt.

 

Trotzdem, liebe Filmfreunde des schlechten Geschmacks, täte ich dem Streifen unrecht, würde ich ihn in die untersten Urtiefen der Zelluloidhölle verbannen.

Regisseur Shan Hua und der Verantwortliche dieses Drehbuchs, Kuang Ni, hat aus diesem farbigem Treiben, sieht man es denn mit dem Auge eines halbblinden Kunstkritikers, aber hey, immerhin Kunstkritiker, einen echten Meilenstein an kitschiger Kinoästhetik geschaffen.

 

Dieser Film ist nur etwas für die Härtesten der Harten unter den Filmfans. Cineasten die sich dafür freiwillig ihre Sehnerven malträtieren und unbeschadet aus diesem Schlachtfeld der inszenierten Geschmacksverstauchung hervorgehen, gehört ein Orden angesteckt.

 

Ich persönlich halte es mit Filmen ähnlich wie mit Menschen und bevorzuge Leute mit einem schlechten Charakter mehr, als solche mit gar keinem Charakter. INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE hat eine ganze Menge schlechter charakteristische Eigenschaften. Aber irgendwie auf eine positive Art und Weise.

Auch diejenigen, die diesem Film nichts abgewinnen können, und das müssen Legionen sein, wissen danach zumindest, wenn sie denn nicht komplett wahnsinnig geworden sind, was sie dieses Jahr zum Fasching tragen könnten.

(Text by Pink)