DVD's & Fernsehfilme


DAVID BRENT: LIFE ON THE ROAD

Sparte: Musikfilm/Komödie

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 116 Minuten

Originalsprache: Englisch (GB)

Regie: Ricky Gervais

Darsteller: Ricky GervaisRebecca GethingsDoc Brown

 

Handlung

David Brent, Mitarbeiter der Papier-Grosshandelsfirma Wernham Hogg ist tief in seinem Herzen ein Rockstar. Leider sieht jedoch nur er dies so, denn seine Songtexte sind oft mehr als peinlich und sein Verhalten gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. David stellt eine eigene kleine Tournee zusammen, kauft sich Mietmusiker ein, organisiert einen Tourbus und begibt sich auf seine eigene, kleine Rockstar-Tournee. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass diese „Tournee“ durch die kleinsten Clubs des Landes im ziemlichen Desaster endet.

 

Fazit

DAVID BRENT: LIFE ON THE ROAD basiert auf der britischen Comedy-Serie THE OFFICE, ist jedoch eigenständig, will heissen, Vorkenntnisse in Sachen THE OFFICE sind nicht nötig. Ricky Gervais verleiht David Brent das Bild des unsympathischen, sich-selbst-überschätzten Losers, mit dem man einerseits Mitleid hat, andererseits sich ein permanentes Schmunzeln nicht verkneifen kann. Was „Whiplash“ für die Sparte „Musiker-Drama“ ist, ist DAVID BRENT: LIFE ON THE ROAD für die Sparte „Musiker-Komödie“. Natürlich ist der Humor dieses Filmes Geschmackssache, schliesslich zeichnet sich Ricky Gervais selbst für das Drehbuch verantwortlich. Doch wer Gervais kennt und liebt – und auf englischen Humor steht – kann mit dieser „Musiker-Bio-Doku“ in Form eines abendfüllenden Spielfilms nichts falsch machen.

9/10 Punkte

(Text by Ralph)


PASSENGERS

Sparte: Drama / Sci-Fi

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 116 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Morten Tyldum

Darsteller: Jennifer Lawrence, Chris Pratt, Laurence Fishburne

 

Handlung

Tausende Menschen befinden sich in einem Raumschiff auf dem Weg zu einem neuen, weit entfernten Planeten, um diesen zu besiedeln. Da die Reise mehrere hundert Jahre dauert, wurden alle in einen Kälteschlaf versetzt, aus dem sie erst kurz vor Ankunft aufwachen sollen. Durch eine Fehlfunktion einer dieser Kälteschlafkammern erwacht Jim (Chris Pratt) jedoch viel zu früh und muss feststellen, dass das Raumschiff erst in neunzig Jahren sein Ziel erreichen wird – er befindet sich also als einziger „wacher“ Passagier auf einer Reise durch den Weltraum und realisiert, dass er das Ziel nicht lebend erreichen wird. Unter den (sich im Kälteschlaf befindenden) Passagieren, befindet sich auch Aurora, welche Jim immer stärker fasziniert und er sich nach und nach in sie verliebt. Soll er sie aufwecken, trotz des Wissens, das dann auch Aurora ihr Ziel nie erreichen wird oder verbringt er den Rest seines Lebens weiterhin alleine in diesem grossen, luxuriösen Raumschiff?

 

Fazit

PASSENGERS hat bei den Zuschauern relativ schlecht abgeschnitten. Persönlich kann ich dies nicht wirklich nachvollziehen, denn dieser Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhalten. PASSENGERS bietet in dieser Sci-Fi-Umgebung sowohl Drama, Action, Love Story und auch etwas Humor. Chris Pratt und Jennifer Lawrence füllen Ihre Figuren mit Leben, auch wenn sie aufgrund der eher einfachen Geschichte sicherlich nicht bis ans Limit gefordert werden.

Mir persönlich hat PASSENGERS sogar besser gefallen als Gravity, auch wenn letztgenannter mit der besseren „Lost In Space“-Optik aufwarten kann.

Im Kino ist PASSENGERS bereits durch, der DVD-Release steht also bald in greifbarer Nähe. Gebt diesem „Liebesdrama Outer Space“ eine Chance, denn für einen gemeinsamen DVD-Abend eignet sich diese Reise durch die Weiten des Weltraums perfekt.

9/10 Punkte

(Text by Ralph)


DON'T BREATHE

Sparte: Thriller

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 85 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Fede Alvarez

Darsteller: Jane Levy, Stephen Lang, Dylan Minnette

 

Handlung

Rocky will nichts wie weg aus der Armut ihrer Heimatstadt Detroit. Den Lebensstil ihrer Mutter kann man nicht gerade als seriös bezeichnen, worunter auch Rocky’s kleine Schwester leidet. Darum will Rocky weg – am besten zusammen mit ihrer Schwester. Doch dafür braucht die junge Frau Geld.

Zusammen mit ihrem Kumpel Money und ihrem Freund Alex macht sie darum immer wieder kleinere Einbrüche, um so an das nötige Geld zu kommen. Eines Tages scheint sie ihrem Ziel einen grossen Schritt näher zu kommen, denn die Jungs erzählen ihr vom Plan für einen perfekten Bruch: Bei einem blinden Mann, der jede Menge Geld in seinem Haus horten soll. Doch als die drei nachts einbrechen, müssen sie feststellen, dass der hilflose, blinde Mann gar nicht so hilflos ist – im Gegenteil!

 

Fazit

Endlich mal wieder ein sehenswerter Film im Thriller-Sektor. DON’T BREATHE unterhält von der ersten bis zur letzten Sekunde und wartet mit etlichen Wendungen auf. Regisseur Fede Alvarez gelingt das Kunststück, die Charaktere nicht nur schwarz und weiss (resp. gut und böse) darzustellen, sondern stattet die Figuren mit einer Hintergrundgeschichte und Charaktere aus, sodass man speziell am Anfang hin und her gerissen ist und nicht weiss, wem man nun seine Sympathie schenken soll.

Fragwürdige Momente gibt es zum Glück nur wenige (z.B. die Art und Weise, wie unsere Jugendlichen im Film erfahren, dass in besagtem Haus so viel Geld vorhanden sein soll) und die Schauspieler wissen zu überzeugen. Klar, Stephen Lang ist ein alter Hase, doch auch Newcomerin Jane Levy sorgt dafür, dass wir mit ihr mitfiebern.

DON’T BREATHE ist ein harter Thriller – also nix für zartbesaitete Seelen, doch wer wieder einmal einen schönen Adrenalin-Kick vor dem heimischen TV erleben möchte, ist bei diesem gut gemachten Thriller gut aufgehoben.

Für mich eines der Highlights der letzten DVD-Monate.

9/10 Punkte

(Text by Ralph)


WHIPLASH

Sparte: Musikfilmdrama

Erscheinungsjahr: 2014

Dauer: 106 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Damien Chazelle

Darsteller: Miles Teller, J. K. Simmons, Paul Reiser, Melissa Benoist, Austin Stowell, Nate Lang, Chris

   Mulkey, Damon  Gupton, Susanne Spoke

 

Handlung

Der junge Andrew Neiman, ein mit grossem Talent gesegneter Schlagzeuger, studiert am Shaffer Conservatory Of Music in New York Musik. Beim Proben wird er von Terence Fletcher, einem berühmten Dirigenten, der am Konservatorium unterrichtet, überrascht. Fletcher sucht stetig Musiker für seine Band. Mit etwas Glück schafft es Andrew nach einem Vorspiel in die Studio-Band. Doch seine Freude darüber währt nur kurz, als er bei den Proben Fletchers zweifelhafte Unterrichtsmethoden erfahren muss, in denen er die Studierenden verbal- und körperlich demütigt, um sie zu Bestleistungen zu animieren und dabei auch vor ihm keinen Halt macht.

Ein Psychospiel zwischen Andrew und Fletcher beginnt, in dem Neiman bis an seine Grenzen getrieben wird.

 

Fazit

Wie es Musikfilme, allen voran die Tanzfilme, leider zu oft an sich haben, viel zu pathetisch aufzutragen, ist WHIPLASH in dieser Hinsicht erfreulich zurückhaltend. Richtige Glücksmomente sind im Film rar gesät, dafür aber echt und nicht masslos-und künstlich übertrieben.

WHIPLASH staubte nicht ohne Grund Oscars gleich in drei Kategorien ab. Hier stimmt alles, was ein spannungsgeladenes Drama bieten sollte. Bis zum Schluss sitzt man mit Andrew Neiman fiebernd in der Achterbahn, ohne zu wissen, was der unbequeme- und notorisch-cholerische Fahrgast Terence Fletcher in der nächsten scharfen Kurve für ihn bereithält.

WHIPLASH sägt regelrecht an den Nerven des Zuschauers, der im gefühlschaotischen Wirrwarr aus Höhen- und mächtigen Tiefen so einiges durchleben muss. Überdies hält der Streifen sehr viele musikalische Höhenflüge mit ganz hohem Qualitätssiegel bereit.

Den Film lege ich aber nicht nur Musikfans ans Herz, sondern jedem, der etwas mit guten filmischen Dramen anzufangen weiss.

9/10 Punkte

(Text by Pink)


GHOSTBUSTERS

Sparte: Komödie

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 117 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Paul Feig

Drehbuch: Katie Dippold, Paul Feig

Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Leslie Jones, Kate McKinnon, Chris Hemsworth

 

Handlung

Mit Erin Gilbert, Abby Yates, Jillian Holtzmann und Patty Tolan gibt es ein neues Team aus Geisterjägern (GHOSTBUSTERS), deren Leben sich schlagartig ändert, als sich plötzlich unnatürliche Phänomene in New York häufen. Verstärkung muss her, also stellt man den smarten Kevin ein, der ab sofort das Telefon der Geisterjäger-Zentrale besetzt und stürzt sich in ein Abenteuer, bei dem es den Geistern so richtig an den Kragen geht.

 

Fazit

Ja, als der aktuelle GHOSTBUSTERS-Teil im Kino lief, habe ich einen weiten Bogen um diesen Film gemacht. Wieso? Nun, ich liebte die ersten beiden Originalfilme (und liebe sie immer noch) und konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ein neues Geisterjäger-Team aus Frauen funktionieren könnte.

Als nun der Film auch für das Wohnzimmer-Kino veröffentlicht wurde, fasste ich mir ein Herz und schob alle Vorurteile (soweit möglich) beiseite.

Und tatsächlich: Die ersten Minuten des Films versprühen eine Atmosphäre, wie man sie von den Originalen kennt. Bevor wir nämlich das neue Team kennenlernen, erleben wir einen Spuk in New York, der genauso gut ins Original von damals gepasst hätte.

Dann stellt uns der Film nach und nach das neue Team der GHOSTBUSTERS vor- und der erste, positive Eindruck kriegt tiefe Risse. Während die Figuren von Erin Gilbert (gespielt von Kristen Wiig) und auch Patty Tolan (Leslie Jones) einigermassen realistisch und nachvollziehbar dargestellt werden, wirkt das Spiel von Melissa McCarthy zu gewollt witzig und die Rolle von Kate McKinnon derart überzeichnet, dass man sich fragt: Ist das hier eine Komödie oder eine Parodie? Auch Chris Hemsworth als strohdummer aber hübscher Telefonist bekleckert sich als Kevin nicht gerade mit Ruhm.

In den einhundertsiebzehn Minuten wird seichte Geisteraktion geboten, die keinerlei Tiefe bietet, dafür jedoch Effekte und Aktion, die durchaus zu unterhalten weiss. Ach ja, wer zu sehr dem Original nachtrauert, bekommt hier noch einen kurzen Gastauftritt von Bill Murray und einen noch kürzeren Auftritt von Dan Akroyd, doch diese wirken eher lieblos- nach dem Motto: Wir packen noch ein paar Minuten rein für die Fans des Originals.

Ja, man kann sich den Film durchaus ansehen, doch etwas fehlt dieser Neuauflage, was das Original in Hülle und Fülle bot: Atmosphäre! Eigentlich hätte dieser Film schon vor ein paar Jahren in die Kinos kommen sollen- mit den Original-Akteuren Dan Akroyd und Bill Murray, doch Murray weigerte sich damals, weil er der Ansicht war, niemand wolle alte Säcke sehen, die auf Geisterjagd gehen.

Tja, ich glaube da täuschst Du Dich, lieber Bill, denn die aktuelle Version der GHOSTBUSTERS reicht lediglich für einen einigermassen unterhaltsamen Fernsehnachmittag an einem verregneten Sonntag- also meilenweit entfernt von der Klasse des Originals.

6/10 Punkte

(Text by Ralph)


DIE WAHREN MEMOIREN EINES INTERNATIONALEN KILLERS

Sparte: Action/Komödie

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 98 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Jeff Wadlow

Drehbuch: Jeff Morris

Hauptdarsteller: Kevin James, Zulav Henao, Genesis Rodriguez, Andy Garcia, Kim Coates

 

Handlung

Kevin James spielt in dieser Actionkomödie einen Buchhalter, der in seiner Freizeit Romane schreibt und hofft, dass einer seiner Werke endlich verlegt wird. Sein aktuellstes Werk handelt vom internationalen Profikiller Colt Rodgers, der durch Können und Präzision besticht.

Natürlich ist seine Freude gross, als er endlich eine Verlegerin findet, die sein Werk (zumindest) online veröffentlicht. Doch aus dem ursprünglichen Titel „Die Memoiren eines Killers“ wird beim Druck versehentlich „Die wahren Memoiren eines Killers“ und das Buch landet nicht in der Sparte „Fiction“, sondern bei den Sachbüchern.

Dadurch glauben plötzlich nun alle, dass der Autor tatsächlich ein ehemaliger Profikiller ist. Das Buch verkauft sich wie warme Semmeln und der Ruhm lässt nicht lange auf sich warten. Um diesem zu entkommen, flieht er nach Belize, wo er kurzerhand von politisch motivierten Bösewichten gekidnappt wird, die ihn ebenfalls für einen Profikiller halten- und so gerät gleich in mehrere Mordkomplotte.

 

Fazit

Der Film beginnt stark: Man sieht Kevin James bei der Arbeit an seinem Buch und sieht gleichzeitig seine Geschichte als Film. Wenn er sich zurücklehnt und überlegt, wie die Story weitergehen könnte, lehnen sich die Hauptfiguren der Geschichte zurück und warten, bis er wieder in die Tasten greift. Daraus hätte sich eine sehr lustige Komödie ergeben, denn gerade hier findet man die besten Momente.

Doch bald verlässt man die Geschichte seines Buches und folgt seinem realen Leben und wie er in dieses Mordkomplott hineingezogen wird. Im Verlaufe des Films passiert zwar immer wieder was und erfreulicherweise ist nicht alles vorhersehbar, doch humormässig läuft das Ganze mehr oder weniger auf Sparflamme- und auch die Action reisst niemanden wirklich aus seinem Wohlfühlsessel.

Ich mag Kevin James, habe ihn damals bei King Of Queens kennen und mögen gelernt, doch nach Filmen wie Der Kaufhaus-Cop, Der Zoowächter und wie sie alle heissen, muss man sagen, dass dieser Film hier eher zu seinen Schwächeren gehört.

DIE WAHREN MEMOIREN EINES KILLERS ist letztendlich nette Unterhaltung, die man sich abends auf dem gemütlichen Sofa in den kalten Wintermonaten geben kann, eine Sternstunde in seiner Filmographie ist dieser Film jedoch leider nicht.

6,5/10 Punkte

(Text by Ralph)

 


ZOMBIBER

Sparte: Horrorkomödie

Erscheinungsjahr: 2013

Dauer: 74 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Jordan Rubin

Drehbuch: Jordan Rubin

Darsteller: Chad Anderson, Lexi Atkins, Brent Broscoe, Bill

Burr, Cortney Palm

http://zombeavers.com/

 

Handlung

Eine Gruppe junger Leute will ein Wochenende an einem See verbringen. Doch genau an diesem See verursacht chemischer Abfall eine Verseuchung der Gewässer und der dort ansässigen Biber. Diese mutieren aufgrund der toxischen Abfälle zu Zombie-Bibern und beginnen die Menschen zu jagen.

 

Fazit

Für „thereviewer.ch“ habe ich mich hier wieder einmal in die Untiefen filmischer „Kunst“ begeben. Doch bevor ich Euch erzähle, wie schlecht diese untoten Biber sind, zuerst zu den positiven Dingen: Dieser unsäglich grauenvolle Film dauert lediglich vierundsiebzig Minuten und kommt inhaltlich schnell zur Sache. Nach zehn Minuten gibt es bereits nackte Brüste zu sehen und nach dreissig Minuten gibt es den ersten blutigen Biber-Angriff.

Leider wäre somit bereits alles gesagt, was „gut“ an diesem Machwerk ist. Die Biber (sorry, „ZOMBIBER“) sind grottenschlecht animiert, die Darsteller nicht der Rede wert und Logikfehler gibt’s en Masse. Andererseits: Erwartet man bei einem Film wie ZOMBIBER überhaupt Logik?

 

Es gibt unterhaltsamen Thrash, siehe Sharknado oder auch Dead Snow. Diese sind zwar auch schlecht, jedoch unterhaltsam. ZOMBIBER schafft leider nur ersteres. Dadurch habe ich mir bereits nach fünfundvierzig Minuten das Ende herbeigesehnt. Da fühlt sich dann sogar ein vierundsiebzigminütiger Film wie dieser hier an wie DiCaprios Schmachtfetzen Titanic.

Klar, die Idee ist witzig, ich meine: Es gibt Horrorschlangen (Anaconda), fliegende Haie (Sharknado), mordende Reifen (Rubber), aber Zombie-Biber gab’s bislang noch nicht. Nach „Genuss“ dieses Streifens muss ich Euch jedoch sagen: Ich hätte gerne weiterhin darauf verzichtet.

Wer unbedingt auf Thrash steht, soll sich lieber einen der oben genannte Filme ansehen oder Kung Pow, welchen ich Euch hier vor kurzem vorgestellt habe- doch bitte, bitte liebe Leser… um ZOMBIBER solltet Ihr einen weiten Bogen machen. Blutrünstig ist nicht gleich Horror und schlecht ist nicht gleich Komödie, somit verdient dieses Machwerk nicht im Geringsten die Bezeichnung „Horrorkomödie“.

Sorry, mehr als drei Punkte liegen nicht drin.

3/10 Punkte

(Text by Ralph)


KUNG POW- ENTER THE FIST

Sparte: Komödie/Action/Martial Arts

Erscheinungsjahr: 2002

Dauer: 81 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Steve Oedekerk

Drehbuch: Steve Oedekerk

Hauptdarsteller: Steve Oedekerk, Jimmy Wang Yu, Tad Horino, Jui Lou Chen

 

Bevor ich Euch mit der Handlung von KUNG POW vertraut mache, muss ich Euch erst ein paar wichtige Infos mit auf den Weg geben: Autor, Produzent und Schauspieler Steve Oedekerk hat für diese Komödie den alten Martial Arts-Film „Tiger And Crane Fist“ aus dem Jahr 1977 genommen, verpasste diesem eine neue Synchronisation (wobei er im Original die meisten Rollen gleich selbst spricht), fügte neu gedrehte Szenen hinzu und erstellte somit aus dem genannten Werk einen völlig neuen Film mit neuer Handlung.

 

Handlung

Steve Oedekerk spielt in KUNG POW The Chosen One“, welcher sich an „Master Pain“ rächen will, der damals seine Familie umbrachte. Mehr braucht man bei diesem Film eigentlich gar nicht zu wissen.

 

Fazit

KUNG POW in Worte zu fassen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Was hier für ein Feuerwerk an Gags abgefeuert wird, sucht seinesgleichen. Das ist manchmal witzig, oftmals absurd und meistens derart schlecht, sodass KUNG POW in meiner Trash-Film Hitparade ganz weit oben landet. Hier begegnet man nicht nur einem kämpfenden Baby, sondern auch einer Kuh welche Ihr Euter als Waffe einsetzt und last but not least Aliens. Dazu gesellt sich eine Synchronisation, welche einfach nur grottig schlecht ist- oder wie nennt IHR das, wenn der Satz längst gesprochen ist, die Lippen der Filmfigur sich aber immer noch munter weiter bewegen? Im KUNG POW-Angebot stehen zudem noch schlechte Schauspieler, schlechte Special-Effects und teilweise schlecht gedrehte Szenen. Hab ich schon erwähnt, dass die Handlung ebenfalls schlecht ist? Oftmals fragt man sich: Meint der das wirklich ernst?

Für Trash-Fans die Sachen wie SHARKNADO lieben, ist KUNG POW- ENTER THE FIST ist ein Film, den man gesehen haben muss.

8.5/10 Punkte

(Text by Ralph)


CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR

Sparte: Fantasy/Action

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 146 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Anthony Russo

Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely

Hauptdarsteller: Ganz viele Superhelden

 

Klar, der Sinn dieses Reviews ist eher fraglich, denn sechzig Prozent von Euch werden den Film wohl im Frühling im Kino gesehen haben- dann noch zwanzig Prozent, die ihn in den letzten Tagen bereits auf DVD geschaut haben. Dann schreibe ich halt diese Kritik für die restlichen zwanzig Prozent, die sich noch nicht sicher sind, ob sie sich diesen Superhelden-Mix zu Gemüte führen soll.

 

Handlung

Die Avengers haben ein Problem: Ihr letzter Einsatz hat zu viele Kollateralschäden gefordert, womit sie den Zorn der vereinten Nationen auf sich gezogen haben. Diese verabschieden ein Dekret, die Sokovia Accords. Das bedeutet, die Avengers sollen ihre Kräfte in die Dienste der UN stellen. Wo die Heldentruppe früher also aus eigenem Ermessen handeln konnte, müssten sie nun bei ihren Einsätzen die Vorgaben der UN befolgen, was nicht allen Avengers passt. Während Tony Stark (Iron Man) diese Entscheidung begrüsst, sieht Captain America sein Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr. Die Akzeptanz des Sokovia Accords gerät zur Gewissensfrage, welche die Avengers in zwei Lager spaltet. Es kommt zum Bruch- und zum Bürgerkrieg (Civil War).

 

Fazit

Ich mag Thor, ich mag Iron Man. Auch Captain America hatte seinen Reiz und Ant-Man war erfreulich cool. Mit Captain America: Civil War wird mir das nun aber alles too much! In den hundertsechsundvierzig Minuten wuseln/fliegen/rennen/kämpfen derart viele Superhelden über den Bildschirm, dass einerseits die Tiefe völlig flöten geht und man andererseits einfach den Überblick verliert. Wir erleben hier die beiden Hauptcharaktere, Captain America und Iron Man- dazu gesellen sich der Winter Soldier, Black Widow, Scarlet Witch, Falcon, Black Panther, Ant-Man, Vision, Spiderman und Hawkeye. Dem nicht genug, werden zumindest Thor und Hulk noch namentlich erwähnt. Wenn dann beim ersten Showdown nach ca. 1,5 Stunden alle Superhelden in einem riesigen Gewühl miteinander kämpfen, hat das einen leichten Touch von „Super Smash Brothers Melee“- oder anders gesagt: Die Übersicht verabschiedet sich vollends, es knallt an allen Ecken und Enden, Ant-Man wird klein, wird gross, wieder klein, Spiderman, Kawumm, Iron man stirbt.. FAST.. oder doch? Es geht derart wild und unübersichtlich zu und her, dass man sich fragt: Interessiert es mich überhaupt, wer da letztendlich gewinnt? Die Grundidee dieses Filmes ist gut, doch wo man die düstere Richtung eines „Batman: Begins“ hätte einschlagen sollen, hat man ein imaginäres Kinderkarussell geschaffen, das in erster Linie laut ist. Auch wenn sicherlich viele Marvel-Fans nicht meiner Meinung sind, für mich ist „Civil War“ der Tiefpunkt aller Superhelden-Filme, die in den letzten Jahren das Licht erblickt haben. Darum gibt’s von mir auch nur magere

5/10 Punkte

(Text by Ralph)


10 CLOVERFIELD LANE

Sparte: Endzeit/Thriller/Science Fiction

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 103 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

Hauptdarsteller: Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher, Suzanne Cryer, Douglas M. Griffin, Bradley Cooper

 

Handlung

Nach der Trennung ihres Freundes gerät Michelle in jener stürmischen Nacht mit ihrem Auto von der Strasse ab und kommt später gefesselt in einem Bunker wieder zu sich. Die erste Person die sie nach ihrem Erwachen sieht ist Howard, der sich als ihr Retter vorstellt. Mit Emmett gesellt sich bald darauf eine weitere Bekanntschaft zu ihr. Angeblich sei nach einem atomaren oder nuklearen Angriff die Welt komplett verstrahlt und versucht und somit ein Überleben draussen unmöglich. Howard habe diesen Bunker für eben diese Zwecke gebaut, sie nach der Katastrophe aufgefunden und somit vor dem sicheren Tod draussen bewahrt.

Doch Michelle will Howard nicht so recht glauben. Ihre Zweifel an ihm erhärten sich als sie immer mehr Hinweise über seine Vergangenheit aufdeckt. Ein Spiel um Intrigen mitten im Fallout nimmt seinen Lauf.

 

Review und Fazit

Was der Film sehr gut umsetzt ist, dass er die Spannung permanent aufrechterhält und den Zuschauer stets in Unsicherheit lässt, ob denn Howard nun wirklich Leichen im Keller hat oder nicht. Und um die Frage um den Wahrheitsgehalt des angeblichen nuklearen oder atomaren Angriffes ranken sich auch gewisse Zweifel.

 

Die Umstände, dass Michelle und ihr anderer Leidensgenosse Emmett, bei dem man sich auch nicht ganz sicher ist, ob er in irgendwelche geheime Machenschaften um Howard involviert ist, nirgendwohin flüchten können, machen das Dilemma umso schlimmer.

Die explosive Stimmung zwischen erbitterten Streitigkeiten und Versöhnung, Einsamkeit und Familienidylle, Überreiztheit und Ausgelassenheit schaukelt das nervenaufreibende Pulverfass in explosive Höhen.

 

10 CLOVERFIELD LANE ist ein knallharter Thriller mit überraschenden Wendungen. Dass sich das Drama tief unter dem Erdboden an nur einem Hauptschauplatz abspielt geht bei der Dramatik und dem ungewissen Handlungsverlauf der Geschichte beinahe komplett verloren und macht aus dem Streifen ein meisterliches Glanzstück aus schauspielerischen Höhenflügen.

8/10 Punkte

(Text by Pink)


The Rezort- Willkommen auf Dead Island

Sparte: Horror

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 87 Minuten

Originalsprache: Englisch

Regie: Steve Barker

Drehbuch: Paul Gerstenberger

Hauptdarsteller: Dougray Scott, Jessica De Gouw, Jassa Ahluwalia, Martin McCann

 

Handlung

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein Virus, der die halbe Menschheit in Zombies verwandelt hat, konnte erfolgreich bekämpft werden. Die Erde ist wieder ein „friedlicher“ Ort, doch auf einer Insel werden immer noch Zombies „gehalten“, welche gegen Geld besichtigt und abgeschossen werden können. Also fast ein bisschen Jurassic Park-Flair.

Das Pärchen Melanie und Lewis begeben sich auf eine Safari auf eben dieser Insel, als plötzlich das Sicherheitssystem der Anlage zusammenbricht und tausende Zombies Jagd auf die Safari-Touristen machen.

 

Review und Fazit

Die Idee ist an sich nicht mal so schlecht: Man nehme das altbekannte Zombie-Thema und mischt es mit Jurassic Park. Natürlich handelt es sich bei THE REZORT qualitativ um B-Ware, doch man hat sich sichtlich bemüht, das Ganze so gut wie möglich aussehen zu lassen. Die Dialoge haben diese Ambitionen leider nicht und der Cast tendiert von „ganz okay“ bis „na ja“.

So gesehen ist diese Zombie-Safari leider ziemliches Mittelmass. Erwähnenswert ist eigentlich nur, dass die Hauptdarstellerin Jessica De Gouw aussieht wie meine Nachbarin und dass die letzten 3 Minuten des Films optisch ein unerwarteter Leckerbissen darstellen- doch schaut man sich einen mittelmässigen 87 Minuten-Streifen an wegen den letzten 3 Minuten? Kann man sich an einem verregneten Wochenende durchaus mal geben, Zombie-Liebhaber werden aber aus dem Stehgreif zehn andere Zombie-Filme aufzählen können, die THE REZORT locker in die Tasche stecken.

6,5/10 Punkte

(Text by Ralph)


SELFMADE-DAD – Not macht erfinderisch

Sparte: Komödie/Drama

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 93 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Trent Cooper

Drehbuch: Trent Cooper, Jonathan D. Krane

Hauptdarsteller: Kevin Spacey, Camilla Belle, Anna Anissimova, Heather Graham, Virginia Madsen

 

Handlung

Robert Axle (Kevin Spacey) kann eigentlich nur Eines so richtig, doch das kann er dafür verdammt gut: Er ist Erfinder- oder besser gesagt, er kombiniert bestehende Produkte und schafft daraus etwas völlig neues, wie z.B. ein Föhn, der gleichzeitig auch die Haare schneidet. Er wird Multimillionär und schafft es bis zum eigenen, erfolgreichen Homeshopping-Sender. Doch als sich bei einem neuen Produkt viele Kunden daran verletzen, rollt eine Flut aus Klagen auf ihn zu, was ihn für acht Jahre ins Gefängnis bringt. Als er wieder aus dem Gefängnis kommt, steht er vor dem Nichts und sucht in der WG seiner Tochter Unterschlupf. Während er versucht, gesellschaftlich wieder auf die Beine zu kommen, muss er jedoch in erster Linie an der Beziehung zu seiner Tochter arbeiten.

 

Review und Fazit

Kevin Spacey ist einfach ein toller Schauspieler. Alleine dies ist schon Grund genug, sich SELFMADE-DAD anzusehen- wobei aber auch seine Mitstreiter eine gute Figur abgeben. Die Story gibt viel her und man hätte daraus ein Drama machen können, aber auch eine Komödie oder einer dieser „Ein Mann ist am Boden, aber zeigt es allen noch einmal“-Film. Letztendlich wurde es eine Mischung aus allem- jedoch nicht konsequent genug umgesetzt. Es reicht nur zum Schmunzeln, nicht zum Lachen- es reicht für mitfühlende Gedanken, aber nicht für Tränen. SELFMADE-DAD ist ein netter Film geworden, jedoch denke ich nicht, dass Kevin Spacey ihn zu seinen eigenen Highlights seiner Karriere zählen wird. Nun, gerne wird er den Film trotzdem gemacht haben, denn immerhin konnte er der umwerfenden Heather Graham an die Möpse fassen. Oops, jetzt habe ich gespoilert. Sorry.

7/10 Punkte

(Text by Ralph)


UMWEG NACH HAUSE

Originaltitel: The Fundamentals Of Caring

Sparte: Roadmovie/Komödie/Drama

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 93 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Rob Burnett

Drehbuch: Rob Burnett

Hauptdarsteller: Paul Rudd, Selena Gomez, Craig Roberts, Megan Ferguson

 

Handlung

Ben Benjamin ist Schriftsteller, hat aber seit dem tragischen Verlust seines Sohnes aufgehört zu schreiben. Stattdessen absolviert er einen Schnellkurs im Bereich Pflege und nimmt danach eine Stelle für die Betreuung des an Muskeldystrophie Duchenne leidenden Trevor an. Die seltene Erbkrankheit gibt dem achtzehnjährigen Jungen wenig Aussicht auf ein langes und erfüllendes Leben. Denn wenn er Glück hat, wird er gerade mal dreissig Jahre alt.

Trevor ist vor kurzem mit seiner Mutter von England in die Staaten gereist, verlässt seine vier Wände aber so

gut wie nie und unternimmt lediglich einmal pro Woche einen Ausflug in den Park. Alles in seinem Tagesablauf ist zeitlich fest geregelt und lässt wenig für Spontanität offen.

Als seine besorgte Mutter aber überraschend einer Reise zusagt, beginnt nicht nur Trevor durch die Erlebnisse und Begegnungen auf dem Kurztrip sein Leben grundlegend umzudenken, auch Ben fängt sein Trauma nach und nach zu verarbeiten.

 

Review und Fazit

Auch wenn Trevor an einer unheilbaren Erkrankung leidet, wird wenig Süssholz geraspelt. Denn der Film will alles andere als Mitleid erregen und gibt sich vor allem zu Anfang umgangssprachlich schroff. Gerade Trevor macht in der Disziplin „Grosskotz“ seinen Meister. Doch die beiden Männer zügeln ihre Zungen spätestens dann, als sie auf ihrem Roadtrip weibliche Gesellschaft erhalten. Und ab hier geht der Film richtig in die Tiefe, wobei sich der Fokus immer mehr auf Ben’s Schicksal und dessen Aufarbeitung legt.

An der Verfilmung des Buchromans von Jonathan Evison hätte man nach meinem Geschmack zwar noch eine gute halbe Stunde dranhängen dürfen. Trotzdem schafft es das Netflix-Original in den knapp neunzig Minuten echte Gefühle auszudrücken, den Zuschauer zum Lachen zu bringen und durchwegs gut zu unterhalten. Was will man mehr?

8/10 Punkte

(Text by Pink)


ALKI, ALKI

Originaltitel: Alki, Alki

Sparte: Drama/Komödie

Erscheinungsjahr: 2015

Dauer: 102 Minuten

Originalsprache: Deutsch

Regie: Axel Ranisch

Drehbuch: Axel Ranisch, Heiko Pinkowski, Peter Trabner

Hauptdarsteller: Heiko Pinkowski, Peter Trabner, Christina Große, Thorsten Merten

 

Handlung

Der Architekt Tobias könnte glücklich sein. Er hat eine liebevolle Frau, drei Kinder und führt mit seinem Kumpel Thomas ein Architekturbüro. Wäre da nur nicht der Alkohol, dem Tobias seit seiner Jugendzeit verfallen ist und ihm in Form seines imaginären Begleiters „Flasche“ allgegenwärtig ist. Freund oder Feind? Ist es denn nicht „Flasche“ die ihm zu unermesslichen Höhenflügen verhilft, ihn unbezwingbar und erst richtig interessant macht? Mit diesen Gedanken beginnt er sich erst zu befassen, als Tobias in volltrunkenem Zustand mitsamt seinen Kindern im Auto knapp einem Unglück entgeht. Doch Umdenken ist das Eine. Ausführen bekanntlich das Andere. Vor allem, wenn „Flasche“ stets bemüht ist, all seine Anstrengungen, trocken zu werden, zu durchkreuzen wo es nur geht.

 

Review und Fazit

Mit ALKI, ALKI zeichnet der junge Regisseur Axel Ranisch ein bitter-komisches Drama, das trotz des sehr ernsten Themas über Alkoholismus immer wieder zum Schmunzeln einlädt. Und gerade hier macht Ranisch vieles richtig. Statt stetig den Mahnfinger über den bösen Alkohol zu erheben, klärt er mit Hilfe von Humor über die Folgen des permanenten Alkoholkonsums auf und erzählt auf kunstvolle Art und Weise intelligent eine Geschichte, die sich so in jedem Haushalt abspielen könnte.

 

Ich denke, jeder, der jemals eine Sucht in irgendeiner Form bewältigen, oder noch zu bewältigen versucht, findet sich in diesem Film wieder. Die geniale Verkörperung seines klammernden, heimtückischen, imaginären Feindesfreund „Flasche“, der stets, so möchte man meinen, für ihn da ist, ihn wärmt, mit ihm Party feiert, ihn aber in Wirklichkeit aussaugt und kaputt macht, ihm alles nimmt was er hat, dieser diabolische, falsche Freund steigert sich mehr und mehr zum Hassobjekt des Zuschauers wie es auch für den Protagonisten Tobias im Film der Fall ist, der ja eigentlich zu trinken aufhören möchte, aber immer wieder und wieder von „Flasche“ überredet wird, sich doch noch einen aller letzten Schluck zu genehmigen.

 

ALKI, ALKI ist ein Film, der sich nicht nur an das erwachsene Publikum, sondern sich auch im Schulunterricht gut eignen würde, die Erwachsenen von Morgen nachdenklich, philosophisch und kritisch über diese Thematik zu stimmen.

8.5/10 Punkte

(Text by Pink)


TRUMBO

Originaltitel: Trumbo

Sparte: Biographie/Drama

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 124 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Jay Roach

Drehbuch: John McNamara

Hauptdarsteller: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Louis C.K., Elle Fanning,

                                 John Goodman, Michael Stuhlbarg

 

Handlung

Die kommunistische Einstellung des erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautor Dalton Trumbo wirkt sich negativ auf seine Karriere aus. Als aktives Mitglied der „Kommunistischen Partei der USA“ wird er von vielen in der Unterhaltungsbranche verachtet und verfolgt.

Nachdem TRUMBO vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ Stellung zu Vorwürfen für diverse propagandistische Aktivitäten beziehen muss und seine Aussage verweigert muss er hinter Gitter.

Nach der Haftstrafe landen er und die anderen Mitglieder der Partei, „die Hollywood Ten“, auf der schwarzen Liste, was für die Betroffenen die Aussicht auf ein neues Anstellungsverhältnis als sehr problematisch gestaltet.

Um seiner finanziellen Misere Herr zu werden veröffentlicht Trumbo seine weiteren Werke unter verschiedenen Pseudonymen. Ein ständiges Versteck sowie Katz und Mausspiel mit der amerikanischen Regierung nimmt daraufhin seinen Lauf.

 

Review und Fazit

Dramen mit politischem Inhalt sind Filme, die nicht zuoberst auf meiner Liste der „unbedingt anschauen“-Filme stehen. Cranston Sei Dank quasi habe ich meinen geschichtlichen Horizont wieder etwas erweitert.

Jay Roach ist eigentlich mit Filmen wie „Meine Braut, ihr Vater und ich“ (2000) oder „Borat“ (2006) bei vielen nicht gerade bekannt für ernsthafte Filmunterhaltung, sondern kratzt speziell mit Ergüssen wie „Brüno“ (2009) am

Limit der oberflächlichen Geschmacksverstauchung. Ihn daran festzunageln täte ihm aber Unrecht. Schliesslich hat uns Jay Roach Ende der Neunziger und anfangs 2000 die „Austin Powers“-Trilogie beschert und jüngst unter anderem mit „Dinner für Spinner“ (2010) tolles geleistet.

 

Auch wenn dem Film in der Kritik geschichtliche Ungenauigkeiten nachgesagt werden, die dem Unwissenden ohnehin nicht auffallen, unterhält die zweistündige biographische Abhandlung auf intelligentem Niveau.

Bryan Cranston, der mitunter durch den cholerischen John Goodman als Frank King und Elle Fanning in der Rolle der exzentrischen Gesellschaftskolumnistin Hedda Hopper, die ihre Rolle mit viel Hut vorträgt, schauspielerische Legenden zur Seite gestellt bekommt, verkörpert den lausbübischen, manchmal arschig daherkommenden aber stets fürsorglicher Vater und Ehemann Dalton Trumbo wie kein anderer.

 

Regisseur Jay Roach hat die Wehen der Nachkriegszeit, die Eifersüchteleien, politischen Intrigen und deren Missgunst sehr gut eingefangen. Das Drehbuch glänzt überdies mit viel Biss, Wortwitz sowie der nötigen Ernsthaftigkeit ohne der Lächerlichkeit anheim zu fallen.

Ich kann den Film auch jenen wärmstens empfehlen, die sich ansonsten nicht so tief mit politischen oder geschichtlichen Themen auseinandersetzen und freue mich bereits auf den neusten Streich von Jay Roach, der mit dem Film „All The Way“ abermals mit Bryan Cranston in der Hauptrolle bereits dieses Jahr die europäischen Kinos heimsucht.

(Text by Pink)

8/10 Punkte