Fernsehserien


FARGO

Sparte: Krimi/Drama/Schwarze Komödie

Deutsche Erstausstrahlung: 16. September 2014

Produktion: Kim Todd, Chad Oakes, Michael Frislev

Originalsprache: Englisch (USA)

Idee & Regie: Noah Hawley

Hauptdarsteller Staffel 1: Billy Bob Thornton, Martin Freeman, Allison Tolman, Colin Hanks

Hauptdarsteller Staffel 2: Patrick Wilson, Kirsten Dunst, Jesse Plemons, Ted Danson, Jean Smart

 

Handlung Staffel 1:

Am helllichten Tag wird Phil McCormick aus seinem Büro entführt. Das Auto kommt aber auf dem Weg aufgrund eines Zusammenstosses mit einem Reh zum Erliegen. Nur mit Unterhosen bekleidet kann McCormick in den Wald entfliehen. Nachdem die örtliche Polizei den stehengebliebenen Wagen untersuchen, finden sie in der Nähe Phil erfroren im Wald.

Es folgen weitere blutige Todesfälle, wobei sich der Verdacht immer mehr erhärtet, dass der Versicherungskaufmann Lester Nygaard und der geheimnisvolle Lorne Malvo, der sich zu dieser Zeit in den Örtlichkeiten herumtreibt, hinter der Sache stecken könnten. Ein Katz- und Mausspiel über die Beweiskraft der Anschuldigungen beginnt.

 

Handlung Staffel 2:

Die zweite Staffel spielt sich im Jahr 1979 ab. Peggy Blumquist und ihr Ehemann Ed Blumquist versuchen, die Ermordung von Rye Gerhardt zu verschleiern. Eigentlich war es ja nur ein Unfall, den Peggy verursacht hatte, als Rye auf der Flucht vor ihr Auto sprang. Was die beiden dabei aber nicht wissen ist, dass Rye zum grössten Verbrechersyndikat in Fargo gehört und sie sich mit den ganz grossen Fischen angelegt haben. Weil sie aber nicht mit dem Arm des Gesetzes zusammenarbeiten wollen, müssen sie es eben auf die harte Tour erfahren, was es heisst, wenn man sich mit der Mafia anlegt.

 

Review:

Der Film FARGO gilt als einer meiner Lieblingsstreifen (siehe Review). Umso erfreuter war ich, als sich vor zwei Jahren eine Serienadaption anbahnte, die 2015 mit der zweiten Staffel abschloss. Auch eine dritte Season ist erfreulicherweise ebenfalls bereits in der Mache. Die Serie ist lose mit dem Spielfilm verknüpft. Es werden aber keinerlei Kenntnisse über den Originalfilm benötigt, um der Handlung folgen zu können, auch wenn bei der ersten Staffel einige Figuren als Spinn-Off auftreten.

 

FARGO spielt, wie der Film, mit den Charaktertiefen der Protagonisten, die urkomisch, völlig absurd und rührend zugleich sind. Als Zuschauer wird man mit den verschieden Charakteren in der ländlichen Provinz vertraut gemacht und geht auf Tuchfühlung mit ihren tiefsten Gedanken, Sorgen- und Ängsten und teilt freudige Erlebnisse ebenso, wie ihre schicksalshaften Rückschläge. Sie wachsen einem ans Herz, fast so, als wären sie die eigenen Angehörigen.

 

Aber ob der provinziellen Idylle wird man urplötzlich aus seinen Tagträumen durch die überaus blutig zur Schau gestellten Vorkommnisse aufgeschreckt, die sich in FARGO abspielen. Und genau das macht den Reiz der Serie aus: Man weiss nie, was den Figuren als nächstes einfällt. Gerade noch wurde gemütlich bei Kaffee- und Kuchen über das Wetter geredet, und als nächstes findet man sich an einem blutverschmierten, mit Leichen übersäten Tatort wieder.

 

Die Serie mag wahrscheinlich für manche, nicht nur wegen des triefend schwarzen Humors, sondern aufgrund der charakterlichen Eigenheiten, dem unterschwelligen Humor, den Marotten der Leute, gewöhnungsbedürftig sein. Ich hatte überhaupt keine Mühe damit. Zählt doch Twin Peaks zu einen meiner absoluten Lieblingsserien, den Ort, in den ich alljährlich immer wieder gerne für einige Stunden zurückkehre.

FARGO ist genauso besonders, wenn auch weniger mystisch und unter den seriellen Filmlizenzen etwas vom Feinsten, was man derzeit zu sehen bekommt.

(Text by Pink)


iZOMBIE

Sparte: Dramedy/Krimi/Horror

Deutsche Erstausstrahlung: 13.August 2015

Produktion: Spondoolie Productions, Vertigo (DC Entertainment), Warner Bros. Television

Originalsprache: Englisch (USA)

Idee & Regie: Rob Thomas, Diane Ruggiero-Wright

Hauptdarsteller: Rose McIver, Malcolm Goodwin, Rahul Kohli, Robert Buckley,David Anders, Aly Michalka

 

Handlung: The Evil Morning After

Die Medizinstudentin Liv Moore erfährt nach einer ausgelassenen Bootsparty einen etwas anderen Kater und wacht statt in ihrem Bett aus einem Leichensack auf. Doch das erste böse Erwachen ist nur der Anfang eines wahrgewordenen Alptraums. Auf dem Boot soll während der Party ein richtiges Massaker stattgefunden haben, das sie sprichwörtlich nur halb überlebt hat. Denn wie sie bald erschreckt feststellt, ist sie über Nacht zu einem Zombie mutiert.

 

Ganz klar, dass durch diese Umstände ihr geordnetes Leben völlig aus dem Ruder läuft. Ihr Haar wird weiss, ihr gesunder Teint weicht einer Leichenblässe. Und das schlimmste: Sie verspürt einen unbändigen Drang nach dem Verzehr nach menschlichem Gehirn.

Aufgrund dessen krempelt sie ihr komplettes Leben um und löst ihre Verlobung mit Major Lilywhite auf, zieht in eine WG mit ihrer besten Freundin Peyton und nimmt einen Job in der Gerichtsmedizin an.

Ihrem Umfeld verschweigt sie natürlich ihr todernstes Geheimnis. Einzig ihr Boss und Arbeitskollege Dr. Ravi Chakrabarti kann ihre Fassade durchschauen, nimmt zu Liv’s Überraschung alles ziemlich gelassen auf und versucht daraufhin, ein Gegenmittel zu Entwickeln.

 

Der Job in der Gerichtsmedizin hat nebst Ravi’s Verständnis noch einen anderen angenehmen Nebeneffekt: Statt mordend durch die Stadt zu streifen, oder bei Nacht und Nebel auf dem Friedhof Gräber zu öffnen, kann sie sich bei der Arbeit auf einfachere Art mit Gehirnen versorgen.

Bald bemerkt Liv, dass sie durch den Verzehr von Gehirnen die Erinnerungen der Verstorbenen und deren Fähigkeiten aneignet. Somit durchlebt sie einschneidende Erlebnisse aus der Sicht des Ermordeten. Und das Wichtigste: Sie erlebt den Tathergang des Mordes. Mit diesem Wissen ist sie eine enorme Hilfe für das hiesige Morddezernat und dessen Ermittler Clive Babineaux dem sie mit dem Vorwand, sie sei eine Art Medium, mit Rat und Tat beiseite steht.

 

Review: Von vielem Etwas aber irgendwie doch ganz Eigen

Ich muss zugeben, ich hatte zu Anfang meine liebe Mühe mit iZOMBIE. Als verklärter Zombiefanatiker der frühen Stunde konnte ich mich mit dem Bild der netten Zombiefrau von Nebenan bei den ersten Folgen überhaupt nicht anfreunden. Zombies sind nicht freundlich, keine Superhelden und schon gar nicht gesellschaftsfähige Wesen, sondern blutrünstige Monster, die vom Anblick eines saftigen Menschenschnitzels instinktiv und ohne Wenn und Aber vom Blutrausch ergriffen werden.

 

Als Purist hatte ich Schwierigkeiten mit der Romantisierung eines eigentlich bluttriefenden Ungeheuers. Das haben doch schon Buffy-im Bann der Dämonen oder die leidige Twilight-Serie bis zum Ausbluten auf den letzten Tropfen auf die Spitze getrieben. Müssen da jetzt wirklich auch noch meine über alles geliebten Zombies dafür herhalten?

 

Doch hart im Nehmen wie ich bin hielt ich durch und siehe da, es stellte sich ab der fünften bis sechsten Folge erfreulicherweise ein gewisser Gleichmut ein. Ich fing an, mit den Charakteren zu sympathisieren, die alles andere als Einförmig wirken, wie es in anderen stümperhaften Serien dieses Schlages oft der Fall ist. Hier wirken Menschen mit Ecken und Kanten mit.

 

Die Serie kann saukomisch mit tiefschwarzem Humor als auch sehr gesellschaftskritisch und nachdenklich sein. Hinzu kommt der kriminalistische Aspekt. Und die Idee, dass sich die Zombies durch die Einverleibung menschlichen Gehirns den Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühlen annehmen, ist genau so brillant wie die Tatsache, dass sie sich bei längerer Hirnabstinenz in rasende Zombies

verwandeln.

 

iZOMBIE braucht Zeit. Gerade, wenn man wie ich in George A. Romero’s seinen Zombieziehvater sieht, hat man es bei dieser Serie nicht leicht. Lässt man aber gewisse Schranken hinter sich, die man sich als versessener Zombie-Geek angeeignet hat, kann man sich mit der Serie durchaus anfreunden.

 

Die Serie iZOMBIE macht mit ihrer Mischung aus etwas Mystery der Marke Supernatural oder Grimm sowie den kriminalistischen Fällen, die sich durch die Haupthandlung ziehen eine zwar nicht auf den ersten Blick, aber auf den zweiten Betrachtungsweg sehr gute Figur.

Dass nicht jeder etwas damit anfangen kann ist klar. Aber wenn ich als Oberzombiepurist es kann, sollten es die meisten anderen Fans der filmischen Zombiefizierung ebenfalls schaffen, den Folgen etwas abzuverlangen.

(Text by Pink)