Kino


DEM HIMMEL ZU NAH

Sparte: Dokumentation/Drama

Erscheinungsjahr: 2015

Dauer: 94 Minuten

Originalsprache (Schweizer Mundart)

Regie: Annina Furrer

Hauptdarsteller: Annina Furrer, Jonas Furrer, Theres Bosshard, Karin Furrer, Hein Böker, Kurt Nägeli,

                                Seo Bun-Sun

 

Die Winterzeit ist eingekehrt und die Tage werden wieder kürzer. Für jemanden, der körperlich und vor allem psychisch stabil und gesund ist, werden die kürzeren Tageszeiten nichts oder nur wenig anhaben können. Menschen in einer labileren Verfassung, die sich täglich mit Depressionen, Existenzängsten, Vereinsamung und anderen psychischen Problemen herumschlagen müssen, stellt die Zeitumstellung mitunter noch ein weiterer Stein in ihrem sowieso schon schwierigen Lebensalltag dar.

 

Genau heute, am 17.November, vielleicht auch einer dieser Tage, die einem schwerer als sonst auf der Seele liegen, jährt sich der Todestag von Annina Furrers Bruder Marius zum siebten Mal. Marius stürzte sich in Bern von der Kornhausbrücke, nachdem er am selben Tag aus der psychiatrischen Klinik in Zürich entlassen wurde.

Annina und ihre Familie haben diese Hölle schon einmal durchgemacht, als Jahre zuvor schon ihre Schwester den Freitod wählte. Um mit der Trauer, den vielen Fragen und der Ohnmacht besser umzugehen, oder vielleicht sogar abschliessen zu können, drehte die Schweizer Regisseurin und Drehbuchautorin diesen tiefschürfenden Dokumentarfilm. Annina Furrer war bei der Kinoaufführung persönlich zugegen und sagte im Interview, dass sie durch die Dreharbeit wieder vieles aufarbeiten konnte.

Im Film geht Annina Furrer zusammen mit ihren Familienangehörigen auf die Suche nach Marius' vergangenen Pfade, die sie in Form von Briefen, Filme- und Audiodokumente nochmals aufzudecken versuchen, sucht nach Antworten, Sinnbildern, Trost und Frieden, führt Interview mit zuständigen Instanzen wie dem Chefarzt der Psychiatrie, in die ihr Bruder eingewiesen war, als auch mit ihren Angehörigen selbst.

 

DEM HIMMEL ZU NAH zeigt auf, dass ein vermeintlich glückliches Leben, so wie es Marius vorgab, auch in den positivsten und glücklichsten Momenten, die er mit der Familie erlebte, niemanden davon abbringt, den Suizid zu wählen.

Er ruft dazu auf, auch im eigenen Umfeld immer wachsam zu sein, denn psychische Probleme sind nun mal nicht so gut sichtbar, wie die offensichtlicheren körperlichen Gebrechen und die Betroffenen haben über die Jahre gelernt, ihre tiefe Trauer und Probleme hinter einer Maske aus Frohmut zu verbergen, während die dunkle Frucht in ihnen heranreift, bis sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als den selbstgewählten Tod.

 

Ich habe es mehrmals selbst erlebt, nicht innerhalb meiner Familie, aber im Kollegenkreis- und im beruflichen Umfeld, wie gut die Betroffenen ihre Rolle des Unbekümmerten spielen können: Erst noch zusammen ein Bier getrunken und Witze gerissen, und am anderen Tag aufgefunden wegen Tod durch Selbstmord.

Daher möchte ich diesen Film wirklich jedem ans Herz legen. Denn genau jetzt, wenn die Nacht wieder früher über einen hereinbricht, steigt die Gefahr, einen nahen Angehörigen durch einen sinnlosen Suizid zu verlieren, der meistens als Kurzschlussreaktion, und nicht als lang geplantes Vorhaben geschieht, das man oftmals Verhindern und therapieren kann, damit die Betroffenen wieder in ein glückliches Leben zurückfinden.

(Text by Pink)


SUICIDE SQUAD

Sparte: Action

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 123 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: David Ayer

Hauptdarsteller: Will Smith, Margot Robbie, Cara Delevingne, Scott Eastwood, Jared Leto, Ben Affleck,

     Jai Courtney, Joel Kinnaman, Adwale Akinnoye-Agbje, Viola Davis, Jay Hernandez

Handlung

Die Geschichte ist schnell erzählt: Superman ist tot und somit wird die Suicide Squad (Task Force X) bestehend aus Schwerverbrechern, ins Leben gerufen, als eine Hexe aus der Obhut der Regierung entkommt und zusammen mit ihrem Bruder eine magische Maschine baut, mit der sie die Welt unterjochen will. Der Suicide Squad, soll diese verhindern und als Gegenzug dazu erhalten sie Strafminderung.

 

Review

Suicide Squad ist die dritte Comicverfilmung von DC Extended Universe. Nach MAN OF STEEL und BATMAN v SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE spielt auch SUICIDE SQUAD im DC Universum und ist ein Action geladener Antihelden Film mit hochkarätiger Besetzung.

Zugegeben, es ist nicht die neueste und originellste Idee Schwerverbrecher in ein Himmelfahrtskommando zu schicken, jedoch ist die

Umsetzung in das DC Universum hier gelungen.

 

Die Charaktere, die eigentlich kranke Psychopathen sein sollen, werden "nur" als etwas schräge Schurken dargestellt. Das liegt wahrscheinlich an der DCs PG13-Regel, bei der kein Film eine höhere Altersfreigabe als 12 Jahren haben darf.

Man hätte mehr aus den Charakteren machen und etwas tiefer in deren Psyche gehen können. Leider spielt der Joker nur eine kleine

Rolle, überzeugt jedoch in seinen wenigen Szenen.

Der Film bietet jedoch bei aller Kritik viel Action, gute Kampfszenen und gelungene Special Effects. Daumen hoch.

7/10 Punkte

(Text by Pascal)

 

 


LIGHTS OUT

Originaltitel: Lights Out

Sparte: Horror

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 81 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: David Sandberg

Drehbuch: Eric Heisserer

Hauptdarsteller: Teresa Palmer, Alexander DiPersia, Gabriel Bateman, Maria Bello

 

Handlung

Es begann mit dem Kurzfilm „Coffer“ der vor drei Jahren vom schwedischen Regisseur David Sandberg ins Netz gestellt, auf den auch Horrormeister James Wan aufmerksam wurde und ihm eine Langfassung des Films ermöglichte.

Rebecca durchlebt den Horror der sie mit dem Verlassen ihres Elternhauses hinter sich zu lassen hoffte von neuem. Doch jetzt ist es ihr kleiner Halbbruder Martin, der sie um Hilfe bittet, ihn bei sich zu Hause aufzunehmen, um vor der Kreatur zu flüchten, dass bei ihm und seiner Mutter sein Unwesen treibt; schlimmer noch: Es scheint, dass seine Mutter Sophie mit der Gestalt, die sich nur im Dunkeln zeigt, ein Bündnis hat.

Als Martin Rebecca alles erklärt, schiebt sie es wie damals auf die manische Depression, an der ihre Mutter leidet. Die seltsamen Vorkommnisse nehmen aber weiterhin ihren Lauf und immer bedrohlichere Züge an. Diesmal beschliesst Rebecca aber, der

Sache auf den Grund zu gehen, statt wie damals, davor zu flüchten.

 

Review

Thematisch kündete sich LIGHTS OUT vielversprechend an und auch der Trailer machte Lust auf mehr. Dementsprechend freute ich mich auf den freitagabendlichen Spätkinobesuch.

Die schaurige Gruselgeschichte, die sich um die familiären Krisen von Rebecca, ihrer Mutter und deren Hallbruder Martin spinnt, zeigte anfänglich gute Ansätze für einen gelungenen Horrorabend. Das Spiel mit Licht und Dunkelheit wurde dabei grossartig umgesetzt, sorgte für gruseliges Feeling und auch der ein oder andere überraschende Schreckmoment fand Einzug auf die Grossleinwand.

Doch was mit einem echten Höhenflug begann, fällt zwar nicht gerade sturzflugartig, aber doch stetig ab. Somit ist der Bogen zu Anfang noch fest gespannt, kommt aber irgendwie nie wirklich zu seinem höhepunktartigen Abschuss. Auch vom zeitlichen Umfang her wäre etwas mehr drin gewesen, was sicher auch der charakterlichen Tiefenbeziehung gutgetan hätte.

 

Fazit

LIGHTS OUT verschenkt leider viel zu viel Potenzial und verpulvert das meiste davon schon im der ersten Drittel des Films. Der Streifen wartet zwar mit einigen wenigen Schockmomenten auf. Diese sind aber meistens zu vorhersehbar. Trotzdem kann ich den Film, wenn auch nur bedingt für den Gruselsnack für Zwischendurch weiterempfehlen.

6.5/10 Punkte

(Text by Pink) 


BFG-BIG FRIENDY GIANT

Sparte: Fantasy

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 117 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Steven Spielberg

Hauptdarsteller: Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall,

                           Bill Hader

 

Handlung

Ein Waisenmädchen aus London wird eines Nachts von einem geheimnisvollen Riesen entführt, woraus nach und nach eine enge Freundschaft entsteht- und die Beiden stellen sich letztendlich ihren Ängsten.

 

Review

Zugegeben- die Handlung lässt sich hervorragend in wenige Worte fassen. Genau dies ist vielleicht auch einer der beiden Nachteile, mit denen dieser äusserst sympathische Film zu kämpfen hat. Doch der Reihe nach: Wo Steven Spielberg seine Finger im Spiel hat, kann eigentlich gar nichts Schlechtes entstehen. Zum Glück trifft dies auch auf BFG- BIG FRIENDLY GIANT zu, denn die Vermischung aus Real- und Animationsfilm ist wunderbar geglückt und der titelgebende Riese wurde derart gut animiert, dass er durchaus Emotionen auf das Kinopublikum übertragen kann. Leider gewinnt der Film nur langsam an Fahrt, so ist die erste Hälfte der beachtlichen 117 Minuten damit beschäftigt, die langsam knospende Freundschaft zwischen dem Waisenmädchen und dem Riesen zu zeigen- erst in der zweiten Hälfte zündet der Film dann sein Feuerwerk an Gags und den grossen Effekten.

 

Der Film ist wunderbar gemacht und vermittelt dem Zuschauer eine Wärme, die er nach den knapp 2 Stunden mit nach Hause nimmt, doch wen möchte dieses Märchen letztendlich ansprechen? Die Kinder? Denen fehlt es wahrscheinlich an der Nonstop-Bombardierung an Gags, wo Filme der Marke „Die Minions“ oder „Hotel Transsilvanien“ zweifelsohne mehr zu bieten haben. Somit richtet sich dieses schöne Märchen eher an die (junggebliebenen) Erwachsenen, welche jedoch darüber hinwegsehen müssen, dass BFG sehr einfach gestrickt ist und nicht sehr viel Tiefe bietet.

 

Fazit

Spielberg wird mit BFG wohl keinen Knüller landen, der in der Top 10-Liste des Jahres 2016 auftaucht- und trotzdem möchte ich diesen Film allen wärmstens ans Herz legen, die einfach mal einen „schönen Film“ sehen möchten. BFG ist ein Film über Freundschaft, die unser Herz erwärmt- und ist das nicht viel schöner als der tausendsten Megagiga-Explosion beizuwohnen?

8/10 Punkte

(Text by Ralph)


CENTRAL INTELLIGENCE

Sparte: Komödie

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 114 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: Rawson Marshall Thurber

Hauptdarsteller: Dwayne Johnson, Kevin Hart, Amy Ryan, Danielle Nicolet, Ryan Hansen

 

Handlung

Calvin war einst in der Schule ein Musterschüler, dem eine tolle Zukunft vorausgesagt wurde. Doch wie so oft kommt es anders und mittlerweile fristet Calvin ein langweiliges Leben als Büroangestellter. Verständlicherweise ist er nicht gerade begeistert, als eine Einladung für ein Klassentreffen eintrudelt, denn seine damaligen Schulkameraden sollen nicht sehen, dass aus ihm „nur“ ein langweiliger Büroangestellter wurde. Genau zu diesem Zeitpunkt stolpert Bob (Dwayne Johnson) in sein Leben, ein ehemaliger Schulkollege, über den damals die ganze Schule lachte, nun aber bei der CIA arbeitet und sich vom Looser zum wandelnden Muskelberg verwandelte. Bob benötigt Calvins Buchhalter-Kenntnisse und zieht den armen Kerl hinein in eine Welt aus Täuschung, Verschwörung und Spionage-Action. Eine turbulente Action-Komödie ist somit vorprogrammiert.

 

Review

CENTRAL INTELLIGENCE ist eine leichte Sommerkomödie, die gut unterhält, sicherlich aber in keiner Vita der beteiligten Darsteller tiefe Fussspuren hinterlassen wird. Die Gags sind erfreulich weit entfernt zum heutzutage (zu) oft verwendeten Fäkalhumor- in dieser Hinsicht hat der Film einen leichten 80er-Jahre-Touch. Die Story kann sich leider nicht entscheiden, ob sie nun überdreht oder realistisch sein möchte, zudem fehlt dem Film eine Bezugsperson, mit der man sich identifizieren möchte. Die Unwissenheit, ob Bob (Dwayne Johnson) nun gut oder böse ist, mag für den Twist interessant sein, bildet so aber eine leichte Distanz zum Publikum. Doch wie gesagt, es handelt sich hier um eine leichte Sommerkomödie und nicht um eine Verfilmung eines Shakespeare-Stücks, daher kann man diesbezüglich ein Auge zudrücken.

 

Fazit

CENTRAL INTELLIGENCE ist eine nette Komödie, sozusagen Kino-Fastfood, das für 114 Minuten gut unterhält, doch wenn Dich in 5 Jahren jemand nach 5 Filmen mit Dwayne ‚The Rock‘ Johnson fragt, wirst Du Dich nicht mehr an diesen Film erinnern.

7.5/10 Punkte

(Text by Ralph)


THE CONJURING 2

Originaltitel: The Conjuring 2

Sparte: Horror

Erscheinungsjahr: 2016

Dauer: 134 Minuten

Originalsprache: Englisch (USA)

Regie: James Wan

Drehbuch Chad Hayes, Carey Hayes, James Wan, David Leslie Johnson

Hauptdarsteller: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Madison Wolfe, Frances O’Connor

 

Handlung

Das Medium Lorraine und ihr Gatte, der paranormale Ermittler Ed Warren, werden im Auftrag der Kirche nach England gerufen, um dort im Dorf Brimsdown einer Familie zu helfen, die durch heftige übernatürliche Vorkommnisse nicht mehr zur Ruhe kommen. Anfänglich waren es seltsame poltergeistartige Vorfälle, welche die ärmliche Familie der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern heimsuchten. Als die elfjährige Tochter Janet Hodgson sich mit fremden, dämonischen Zungen zu Wort meldet und ein Geist von ihr Besitz zu nehmen scheint lässt kein Zweifel mehr offen, dass man es hier mit echten ernstzunehmenden Problemen zu tun hat.

 

Review

Wie beim Vorgänger handelt es sich auch beim zweiten Teil um eine wahre Begebenheit, die sich im englischen Städtchen Enfield Ende der Siebzigerjahre zugetragen haben soll und unter der Akte „der Enfield Poltergeist“ ausführlich dokumentiert wurde. Auch das mediale Ehepaar Lorraine und Ed Warren sind, wie die meisten vermutlich wissen, keine fiktionalen Personen, sondern haben in ihrer Tätigkeit als Geisterjäger, Medium und Dämonologen zeitlebens tausende von Fällen untersucht und behandelt. Auch zu den Querverweisen zum „Horror von Amityville“, in den die Warren’s ebenfalls involviert waren und die unter der Horrorfilmreihe „Amityville Horror“ die Horrorfreunde beglückte, nimmt sich der Film an, um die Story zu stricken und die tiefe des Films noch zu verstärken.

 

THE CONJURING 2 ist aber nebst dem tiefen emotionalen Erzählcharakter aber vor allem Eins: Ein echter Schocker der so manchem Kinobesucher sein Popcorn im Halse stecken lässt. In meinem Fall bei der Mitternachtsvorstellung war es über den ganzen Film jedenfalls Totenstill, was ich immer als gutes Zeichen und obendrein noch als angenehme Nebenwirkung empfinde.

 

Die über zweistündige Spieldauer hat der Regisseur James Wan hervorragend genutzt um eine angstvolle bedrückende Stimmung mit äusserst geschickt eingefädelten Schockmomenten zu schaffen, was die wenigen Schlampereien bei den Spezialeffekten bald wieder vergessen lässt. Auch die anrührenden Szenen im Drehbuch versteht Wan gekonnt umzusetzen. Diese verschaffen

dem Zuschauer zu den Protagonisten ein echt- innig-mitfieberndes Filmverhältnis.

Dass er auf Horror steht und es dem Saw-Regisseur James Wan eine Herzensangelegenheit ist echter Horror zu verbreiten sieht man auch am B-Movie Flair welcher der Film zuweilen versprüht.

Ein Must-See für Horror-Cineasten.

9/10 Punkte

(Text by Pink)