Spezial


Bud Spencer & Terrence Hill: Das ungleiche Duo

Zum Gedenken anr Bud Spencer

Vermutlich geht es vielen so wie mir wenn sie den Namen Bud Spencer hören. In meinem Kopf manifestieren sich gemütliche Familienfernsehstunden mit Chips und Co., während sich Buddy und sein treuer Komparse Terrence Hill durch dutzende von dümmlich aus der Wäsche guckender Bösewichte kloppen. Mann, waren das noch Schlägereien. Hierbei liessen sich die Filmemacher in ihrer Kreativität keine Grenzen setzen. Dass man sich so innovativ prügeln kann, wusste ich bisher noch nicht. Aber wie konnte ich auch, als gerade mal unbescholtener acht-neunjähriger Knabe. Das war Schlägerei in ihrer höchsten Entfaltung. Und wehe dem, der die beiden beim Essen (in der Regel gab’s Fleisch und Bohnen) störte. Der kriegte meist eine Extraportion als Zuschlag auf seine olle Zuckerrübe obendrauf.

 

Und dieser Sound, wenn die bösen Buben Bekanntschaft mit der Faust der Gerechtigkeit machten. Diese, naja, Soundkulisse ist wohl etwas zu hochgegriffen, diese zwei, ähem…Klatschhände mit etwas zu viel Hallsound im Abgang hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Ernsthaft verletzt wurde dabei nie jemand. Das war ja auch das schöne dabei. Unterhaltung für die ganze Familie eben. 

 

Ungeschlagen waren die „Bud Spencer-Filme“ auch im Sprüche klopfen: „Machst du das noch mal, mach ich aus deinen Ohren einen Wäschetrockner“. Oder Terences Erklärung zu einem Harfenkonzert: „Harfenkonzert: Das ist so ein Gartenzaun, in den man reingrapscht“. Sprüche wie: „Ohne Heu kann das beste Pferd nicht furzen“ oder „Mach die Denkmurmel zu“ sind mittlerweile zu stillen Klassiker avanciert. Allein zu diesem Thema könnte man ein mehrstündiges Abendprogramm füllen.

 

Auch in der nonverbalen Form blieb bei den Filmen kein Auge trocken. Man erinnert sich zum Beispiel an die Pokerszene bei „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder der darauffolgenden (Fr)esszene in diesem pikfeinen Lokal. Herrlich!

 

Bei all der Oberflächlichkeit die einige vielleicht hinter all dem aufgewirbelten Staub durch die vielen Prügeleien in den Filmen nachsagen werden, stets waren die Streifen mit einer guten und äusserst unterhaltsamen Story garniert. Und dies etwa nicht bloss als Beiwerk. Dramatik und Liebeleien oder auch Platz für philosophische Fragen fanden stets darin Einzug.

 

Tja. Vermutlich wird die neue Generation nicht mehr allzu viel von diesen Filmen abgewinnen können. Zu kitschig? Zu überzogen? Vielleicht begehe ich mit dieser Aussage aber auch ganz einfach Unrecht. Und überhaupt: „Alt“ ist heutzutage schliesslich wieder „In“. Oder eleganter ausgedrückt: “Kult ist wieder Top“. Also besteht doch noch die Hoffnung, dass sich Buddy und Terrence vielleicht auch in den nächsten Jahrzehnten durch das ein oder andere private Abendprogramm prügeln werden. Wäre doch eigentlich eine ganz schöne Vorstellung. Oder...?