Reviews


THIMBLEWEED PARK

Genre: Point & Click Adventure

Getestete Plattform: PC

Publisher: Terrible Toybox

Studio: Terrible Toybox

Entwickler: Ron Gilbert, Gary Winnick

 

Der Vater der traditionellen Point & Click Spielen, Ron Gilbert, seines Zeichens Schöpfer von Evergreens wie Maniac Mansion, ZakMc Kracken oder Monkey Islands ist zurück! Ganz weg war er zwar aus der Spielebranche zwar noch nie so richtig, so hat er vor einigen Jahren mit seinem Action Adventure „The Cave“ auf verschiedenen Plattformen einschneidende Erfolge gefeiert.

Doch zu richtig Ehre zu seinem Namen gereicht er gegenwärtig mit der neusten Kreation THIMBLEWEED PARK. Viele haben lange darauf gewartet, denn seit Mitte der Neunzigerjahre gab es zwar immer wieder tolle Point & Click-Kost – gerade gegenwärtig feiert das Genre in der Gaming-Kultur ein Revival. Aber so richtig „echt“ fühlt es sich nur an, wenn der Meister persönlich dahinter steckt. Das Spiel konnte dank grosszügigen Spenden via Crowdfunding umgesetzt werden und erhielt mit der Mithilfe von Gary Winnick, der ebenso an vielen Spielklassikern massgeblich beteiligt war, seinen Feinschliff.

 

THIMBLEWEED PARK entführt den Spieler in das titelgebende verschlafene Dörfchen, welches mit seiner Einwohnerzahl von Einundachtzig Nasen nicht gerade als Hochburg des pulsierenden Lebens gilt. Und kürzlich ist die Zahl sogar auf den absoluten Tiefpunkt von Achtzig Einwohner gesunken, denn aktuell beklagt man das Ableben eines Einwohners, der tot am Fluss vorgefunden wurde, weswegen die beiden Agenten Angela Ray und Antonio Reyes nach THIMBLEWEED PARK gerufen wurden, um den Tatvorhergang genauer zu untersuchen.

Als Angela und Antonio Reyes am Tatort eintreffen, ist der Leichnam bereits auf bestem Wege, sich in seine Bestandteile aufzupixeln. Also beeilen sich die beiden Krimanalisten, die sich irgendwie nicht ganz so für den Fall zu interessieren scheinen, ihre Notizen zu machen, um ihn möglichst schnell ad Acta legen und sich endlich wieder um Wichtigeres kümmern zu können. Doch Job ist Job. Und dazu gehört nun einmal auch, dass man die nähere Umgebung auskundschaftet, mit den Bewohnern auf Tuchfühlung geht um so schliesslich den Täter dingfest machen zu können.

 

In THIMBLEWEED PARK begegnet man während der Erkundung vielen Kuriositäten, allen voran die eigenwilligen Bewohner, die alle irgendwie einen an der Klatsche zu haben scheinen. Mit dem Ort wird handelsüblich mit Hilfe von Verben wie „Nehme“, „Schaue“, „Öffne“ und so weiter interagiert, wobei natürlich einige Rätsel zum Lösen auf den Spieler warten.

Beim Verlauf der Geschichte übernimmt man nicht nur die Rolle der beiden Agenten, sondern wird auch mit einigen anderen schrägen Charakteren aus THIMBLEWEED PARK zwecks Rückblick in die Vergangenheit bekanntgemacht, um so deren Hintergründe zu Erfahren und nach bis nach das Rätsel hinter dem Mord zu lüften.

 

THIMBLEWEED PARK scheint in der Präsentation zeitlich eingefroren. Der Grafikstil orientiert sich an die goldene Achtziger-Ära ebenso wie die Geschichte selber, die im Jahr 1987 angesiedelt ist. Vermutlich scheiden sich genau hier die Geister, wobei sich die einen freuen aufgrund des nostalgischen Feelings einen Bär freuen und die anderen sich ob der retro-gerichteten grafischen Aufführung verwundert die Augen reiben. Hier prallen eben Generationen aufeinander.

Doch zumindest bei solchen Spielen war und ist die Grafik schon immer zweitrangig und möge dem Grafikfetischisten die Erleuchtung bringen, dass High-End-Grafik nicht immer das wichtigste ist, was ein gutes Spiel ausmacht.

 

Und genau das ist THIMBLEWEED PARK: Ein überaus tolles Spiel mit sehr hohem Unterhaltungsfaktor sowohl in der Erkundung als auch in der Story, die sich an Mystery-Fernsehserien wie Twin Peaks oder Akte X anlehnt. Das Abenteuer brilliert durchwegs mit einem zum Schiessen komischem Humor und einem Sprachwitz, wie es die Welt schon lange nicht mehr gesehen hat.

 

Ohne Diskussion: Bei THIMBLEWEED PARK können Point & Click Adventure-Fans der alten Garde blind zugreifen und sich auf stundenlanges rätseln und erkunden freuen, wobei sie auch dem einen oder anderen bekannten Easteregg aus vergangenen Tagen begegnen werden.

Auch jüngere Spieler sollten an THIMBLEWEED PARK ihre helle Freude haben und könnten damit an ein Genre herangeführt werden, dass vielen alten Zocker-Hasen schon in den Achtzigern tagelange und kurzweilige Unterhaltung bereitete.

Kleiner Spoiler am Rande: Chuck die Pflanze ist auch wieder dabei.    


MAFIA 3

Getestete Plattform: Playstation 4

Genre: Open World/Action

Publisher: 2K Games

Studio: Hangar 13

Veröffentlicht: 7.Oktober 2016

 

Make War Not Love

Der afroamerikanische Lincoln Clay kehrt aus dem Vietnamkrieg zurück und steigt, kaum in seiner Heimat, dem fiktiven New Bordeaux Ende der sechziger Jahre angekommen, gleich wieder Hals über Kopf ins Mafiageschäft ein. Eine Woche darauf liegt Lincoln mit einer Streifschussverletzung am Kopf im Krankenhaus, die auf einen geplatzten Deal zurückzuführen ist, in dem der unbarmherzige Don Sal Marcano mit seinen Leuten ein wahres Blutbad unter Clays Männern anrichtete. In Marcanos Glauben, dass Lincoln ebenfalls nicht mehr unter den Lebenden weilt, startet dieser seinen ganz persönlichen Rachefeldzug gegen den Don. Doch bevor sich die beiden Auge um Auge gegenüber treten können, muss Lincoln Clay zuerst nach und nach seine Untermänner aus dem Verkehr ziehen, um so Marcano aus seiner Reserve zu locken um ihm schliesslich in einem finalen Kampf gegenüberzutreten.

Geschichten aus der Mafiagruft

Die grosse Stärke des dritten Teils ist, und das war bei den Mafia-Games schon immer der Fall, das Erzählen und bildliche Überbringen einer fesselnden Geschichte. So finden während des Spiels nach Abschluss von bestimmten Ereignisse stets filmische Vorblenden statt, die den Spieler bei Laune halten. Und das ist auch unbedingt nötig. Denn Mafia 3 ist nicht der Titel, den ich mir erhofft habe. Wer die ersten beiden Teile gespielt hat, wird wissen was gemeint ist.

Mafia 3 ist vom Spielprinzip her recht langweilig gestaltet, denn man führt irgendwie immer die gleichen Missionen aus, mit dem Unterschied, dass sich einfach das Ziel ändert. Die einzigen Variablen sind, dass, hat man einmal ein Geschäft übernommen, kann man sie an seine Leute verteilen, was entweder negatives oder positives in Form von Gefallen oder Skills nach sich zieht, je nachdem, auf wen das Geschäft fällt. Ebenfalls wird dem Spieler freie Hand gelassen, ob er bei seinen Überfällen gleich mit der Tür ins Haus fällt, oder es auf die stille Variante versucht, und so Marcanos Untertanen klammheimlich ausschaltet. Auch kann man seine Unterbosse gleich umnieten oder ihn optional zur eigenen Mafiacrew anheuern, was im Endeffekt finanziell zum Tragen kommt. Die Entscheidung liegt beim Spieler.

Mafia 3 zeigt zum einen nicht nur grosse Schwächen in der grafischen Präsentation sondern wirkt irgendwie unfertig. Das zeigt auch unter anderem der Umstand, dass es erst seit dem neusten Update möglich ist, seine Klamotten nach Wunsch zu wechseln, was bei einem Open World-Game irgendwie dazugehört. Musste sich da jemand wieder einer Deadline beugen, und das auf Kosten der Day One Spieler austragen?

Auch die Stadt und deren Bewohner wirken plump, steif und leblos. Das geschichtliche Geschehen zu dieser Zeit jedoch wird in Form von Radioübertragungen schön erzählt und lässt den Spieler die sechziger Jahre während des andauernden Vietnamkrieg gut nachempfinden. Auch die rassistische Einstellung gegenüber Schwarzen sickert bei Beschimpfungen und Dialogen durch, wobei sich die Entwickler schon beim Vorspann vor rassistischen Haltungen distanzieren. Geflucht wird viel, auch sexistische Sprüche gehören zum allgemeinen Wortlaut und der Grad von Gewaltdarstellung ist hoch. Die Achtzehner Alterseinstufung ist somit gerechtfertigt.

Fazit

Da geht eindeutig mehr. Mafia 3 gibt sich zwar sehr bedienerfreundlich und das Gameplay geht locker von der Hand. Auch erzählerisch beweist der neue Mafia-Teil wieder grosse Stärken, was bei der Reihe ja schon immer beispielhaft umgesetzt wurde. Leider hängt sich das Spiel, je länger man dransitzt, immer mehr ab, wirkt unfertig, zum Teil recht plump umgesetzt und auch die grafische Präsentation lässt viele Wünsche offen. Das geht bei heutigen technischen Standards um Weiten besser. Auch das spielerische Niveau stellt mehr ein Snack für zwischendurch dar, als das man sich voll reinleben kann, wie das bei anderen Open World-Titeln der Fall ist. Man läuft das Spiel wie ein Postenlauf ab und erledigt die irgendwie immer gleichen Missionen, von den schnöden Nebenmissionen ganz zu schweigen.

Trotz allem hält Mafia 3 den Spieler vor allem aufgrund der gut erzählten Story bei Laune, und man zockt es weiter, bis man schliesslich doch den Abspann zu Gesicht bekommt. Wiederspielwert hat für mich der Titel jedoch so gut wie keinen.

6.5/10 Punkte

(Text by Pink)


NO MAN’S SKY

Getestete Plattform: Playstation 4

Genre: Action Adventure/Open World/Erkundung

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Studio: Hello Games

Veröffentlicht: 10.August 2016

 

Handlung: Planeten: Achtzehn Trillionen. Handlung: Null

Du landest mit deinem Raumschiff auf einem der achtzehn Trillionen(!) Planeten grossen Spielwelt Bruch, und musst als Spielziel erstmal dein Fortbewegungsmittel wieder in Schuss bringen, um weiterreisen zu können. Hast du dieses Ziel erreicht, liegt es an dir, dich irgendwie sinnvoll zu beschäftigen, denn das Spiel verzichtet gänzlich auf eine Storyline im althergebrachten Sinne, was vielen Gamern sauer aufstossen wird. Die Geschichte schreibt der Spieler daher quasi selbst.

 

Spielprinzip: Sammeln und Entdecken, bis der Arzt kommt

NO MAN’S SKY richtet sich komplett an die Neugier und den Erkundungsdrang des Gamers. Die Entwickler von Hello Games werfen den Spieler auf einen x-beliebigen Planeten, der erstmal schauen muss, was er machen will. Dabei kann ich mich dem Bild nicht erwehren, dass die Hello Games-Typen irgendwo da oben inmitten den galaktischen Weiten dem Schauspiel belustigt zusehen, was die einzelnen Zocker den ganzen Tag so treiben.

 

Mit dieser Form hat das Entwicklerteam ein Spielprinzip wieder frisch aufgenommen, was in den Anfängen der Gaming-Geschichte oft üblich war. Spiele wie Mercenary, Koronis Rift oder auch die Handelsweltraumsimulation Elite, das ja 2014 wieder eine Neuauflage erfahren durfte, wurden in den Achtzigern zwar nicht gerade von der Stange, aber doch recht regelmässig programmiert.

 

NO MAN’S SKY appelliert an den Spieler, sich wieder einmal eines seiner wundervollsten Werkzeugen zu bedienen: Der Fantasie. Hier bekommt man nicht alles vorgekaut wie gehe zu Punkt X um Auftrag Y zu erledigen. Man muss selber schauen, wie man vorankommt.

Klar verfolgt NO MAN’S SKY eine gewisse Richtlinie. Auf den unzähligen Planeten ist nebst dem Sammeln von Rohstoffen, die  zur Erhaltung von überlebenswichtigen Items wie der Temperaturregulierung oder das Aufrüsten des Raumschiffs und deines Anzugsinventars auch das Erlernen der Sprache von ausserirdischen Lebensformen von grosser Wichtigkeit. Je mehr Wörter man sich aneignet, umso besser kann man mit den verschiedenen Rassen die man antrifft kommunizieren und Handel treiben, oder ihnen bei Problemen helfen, was deinem Ansehen bei den Ausserirdischen auf die Sprünge hilft.

Ebenfalls gilt es Rätsel zu lösen um so zum Beispiel erfolgreich Funksignale abzufangen.

Bestimmte Handlungen rufen auch Feinde auf den Plan, die man entweder bekämpfen kann oder sich dafür entscheiden, einfach die Beine in die Hand zu nehmen und vor ihnen zu flüchten, was je nach Grössenordnung des Angreifers nicht immer die schlechteste Idee ist.

 

Rohstoffe zum Abbauen und kuriose Lebewesen sind auf den Planeten in Massen anzutreffen, wobei einige öfters und andere seltener aufzufinden sind. Die ausserirdischen tierischen Lebensformen kann man entweder bekämpfen, um auch dadurch nützliche Ressourcen zu gewinnen, sie füttern, was einige dazu veranlasst, seltene Gegenstände für dich als Dank auszugraben. Die Verhaltensweisen der Tiere sind verschieden, wobei einige schüchtern und zurückhaltend sind und vor dir davonrennen und andere zutraulicher oder auch feindlich gesinnt sind. Den Tieren und Rohstoffen kann man bei Erstentdeckung auch eigene Namen geben und sie ins System hochladen, wenn man will.

 

Umfang: Grössenwahn im Akkord

Wie schon eingangs erwähnt lässt der Umfang von achtzehn Trillionen Planeten wohl kaum Wünsche offen. Die Planeten und deren Fauna, Flora und Oberfläche generieren sich zufällig. Einen anderen Spieler bei seinen Reisen anzutreffen ist technisch zwar möglich, aber bei diesen Grössenverhältnissen ziemlich unwahrscheinlich. Selbst ein einzelner Planet komplett zu umrunden würde vermutlich Tage dauern, angenommen, man entscheidet sich dafür, strikt geradeaus zu laufen.

 

Schlussfazit & Wertung

Was die Entwickler von Hello Games hier abgeliefert haben, hat es in diesem Ausmass zweifelsohne noch nie gegeben. Spielemacher von Mercury, Koronis Rift oder Elite haben es in den Achtziger vorgebetet und dienten den Entwicklern vermutlich auch als Vorlage. Nachdem sich der erste Hype um das Spiel zwar wieder etwas gelegt hat fesselt mich NO MAN’S SKY auch nach zwanzig Spielstunden immer noch an den Bildschirm.

Die Welten die man zu Fuss, mit dem Jet Pack oder dem eigenen Raumschiff erforschen kann sind grenzenlos und werden durch die Soundkulisse von 65daysofstatic magisch untermalt.

 

Das Spiel ist nichts für Zocker, die immer ein konkretes Ziel vor Augen und es lieber geradlinig haben. Denn die fühlen sich bei NO MAN’S SKY mit grosser Sicherheit ziemlich verloren. Bei mir ist es aber gerade dieser Aspekt des Ungewissen und der Fremdartigkeit, was diese Faszination auslöst; von der majestätischen Grösse des Spiels ganz zu schweigen.

Viele haben inzwischen dem Spiel wieder den Rücken gekehrt und NO MAN’S SKY musste sich einem gewaltigen Shitstorm stellen. Zu Unrecht, wie ich finde.

Klar kann man im technischen Bereich noch einiges aufrüsten. Gerade bei der Playstation 4-Version waren die Abstürze und Bugs zahlreich. Die Entwickler setzten aber alles daran, diese zu beheben, und konnten gegenwärtig schon vieles fixen.

Bereit für diese Art von Spielen sind noch lange nicht alle. Hier wird Fantasie, Vorstellungskraft und Ideenreichtum nicht nur von den Entwicklern, sondern auch von Seiten des Spielers gefordert.

 

Ich denke, in Zukunft wird man vom Kunstwerk NO MAN’S SKY noch vieles hören. Denn die unendlichen Weiten schreien förmlich nach Geschichten, die erzählt werden möchten.

Eines ist der Indie-Titel aber garantiert: Eine echte Abwechslung im Gaming-Mainstream.

9/10 Punkte

(Text by Pink)


JUST CAUSE 3

Getestete Plattform: Playstation 4

Genre: Action/Third Person Shooter

Publisher: Square Enix

Studio: Avalanche Studios

Veröffentlicht: 1.Dezember 2015

 

Handlung: Handlung? Welche Handlung?

Wie schon im ersten als auch dem zweiten Teil dient die Story lediglich als Beiwerk: In Rico Rodriguez' Heimatstadt Medici, einer Inselgruppe am Mittelmeer, regiert Diktator Sebastiano Di Ravello mit eiserener Faust und unterdrückt deren Bewohner wo es nur geht. Die wunderschöne Insel muss ebenso dafür herhalten, damit Di Ravello dort einen Rohstoff namens Bavarium anbauen und hochzüchten kann, mit dem er seinen Waffenvorrat aufrüsten will. Rico lässt sich natürlich nicht zweimal bitten, um seinem alten Kumpel Mario dabei zu helfen, den üblen Diktator zu stürzen und dessen Plan zu vereiteln und somit die Bewohner der Insel von ihrem Joch zu befreien.

Für die Haupthandlung muss der Spieler also nicht allzu viel Zeit einplanen. Aber darum ging es bei Just Cause schliesslich noch nie.

 

Spielprinzip: Altes Konzept, Neuer Schauplatz

Um was es bei JUST CAUSE 3 wirklich geht ist wie üblich Chaos und Zerstörung zu stiften. Je mehr Chaos, respektive je mehr feindliche Stützpunkte oder vom Diktator und seinen fehlgeleiteten Helfern besetzten Ortschaften man vor dessen Obhut befreit, umso weiter kommt der Spieler in der kurzen Story voran. Dabei kann der Kreativität in Sachen Dinge kaputtmachen freien Lauf gelassen werden.

Hinzu kommt, dass Rico's Enterhaken mit einem neuen Goodie modifiziert wurde. Die neue Version hat eine Spannfunktion mit der man die Gegenstände miteinander verbinden und zusammenziehen kann. Dadurch ergeben sich viele neue Möglichkeiten, Di Ravello's heiss geliebten Inventarbestand nach und nach zu minimieren.

Ebenso neu hinzu kommt der Wingsuit. Damit geht die Fortbewegung von A nach B noch schneller vonstatten.

Bei jeder erfolgreichen Eroberung schaltet man diverse Gegenstände wie Fahrzeuge frei, die man ab sofort bei der Agentur bestellen kann und direkt an Ort und Stelle geliefert werden, vorausgesetzt, du trägst Leuchtfackeln bei dir, um deinen Standort zu markieren. Fahrzeuge können auch freigeschaltet werden, indem man das betreffende Wunschfortbewegungsmittel in eine Garage zur Ausschlachtung bringt.

Auch Rico's Waffen kann man natürlich Updaten, was man bei genügend gesammelten Zahnrädern, die man beim Absolvieren von Herausforderungen erhält,

gerne machen darf.

 

Umfang: Ein riesiger Spielplatz für Actionfreunde

Mit einem Umfang von rund eintausend Quadratkilometern bietet die Insel einiges an Platz zum Austoben. Und egal ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft. Ein fahrbarer Untersatz befindet sich meistens in der Nähe. Sonst wie bereits erwähnt: Ein Anruf bei der Agentur genügt. Und wenn alle Stricke reissen sollten, hat man den Enterhaken, den Fallschirm und den Wingsuit ständig bei sich.

Sind die Hauptmissionen erstmal durchgespielt, bleibt auf dem grossen Action-Tummelplatz noch jede Menge übrig, was man hochjagen und bereisen kann. Auch die zahlreichen Herausforderungen im Spiel lassen euch noch lange auf Medici verweilen. Und bis das Spiel wirklich zu hundert Prozent durchgespielt und platiniert ist, wird noch einiges an Spielzeit an euch vorbeiziehen.

 

Schlussfazit & Wertung

Der dritte Teil der Just Cause-Reihe hält an den Stärken der beiden Vorgänger fest und bietet mit einigen minimalen Erweiterungen etwas mehr Individualität in der Fortbewegung und Chaosstiftung auf der weiträumigen Insel.

Für Zocker, die eine gute Story zum Spielen brauchen, rate ich JUST CAUSE 3 ab. Das Game eignet sich hervorragend als Game-Mahlzeit für zwischendurch und ist auch leicht verdaulich in der Handhabung.

Zu Anfang ist der Spielspass noch sehr hoch, fällt aber mit der Zeit steil hinten ab, weil sich das Spielprinzip ständig wiederholt und auch der Schwierigkeitsgrad selbst auf der höchsten Einstellung zu leicht ist.

Hat man aber das Spiel für ein paar Tage zugunsten ernsthafteren Zockerbeschäftigung zur Seite gelegt, kehrt man immer wieder gern nach Medici zurück.

7.5/10 Punkte


GONE HOME

Getestete Plattform: Playstation 4

Genre: Mystery Adventure

Publisher: The Fullbright Company (digitale Version)

   Merge Games, Headup Games (physische Version)

Studio: The Fullbright Company

Veröffentlicht: 15. August 2013 (digitale Version)

     3. Juli 2014 (physische Version)

 

Handlung: Kaitlin allein zu Haus

Am 7.Juni 1995 kehrt Kaitlin von ihrem einjährigen Europaaufenthalt etwas verfrüht nach Hause zurück. Das Haus findet sie jedoch verlassen zurück. Lediglich ein Zettel ihrer Schwester Samantha (Sam) an der Haustüre ermahnt sie, dass sie nicht nach Antworten suchen soll, wo sie sich befindet. Doch die Protagonistin Kaitlin will nicht auf die Warnung hören und beginnt das Haus systematisch nach Antworten über das Verschwinden von Sam und ihren Eltern abzusuchen.

 

Spielprinzip: Nächtliche Hausbesichtigung

In der Egoperspektive erkundet man das Zweistöckige alte Haus in bester Adventure-Manier nach Hinweisen über den Verbleib der lieben Angehörigen. Dabei gilt es kleine Rätsel zu lösen und das Haus nach geheimen Türen abzusuchen, wobei man stets auf Hinweise in Form von Briefen stösst. Dadurch wird viel Hintergrundwissen aufgedeckt und auf der Karte des Hauses etwaige Geheimtüren markiert die es zu finden gilt um in der Geschichte voranzukommen.

 

Umfang: Ein Haus aus den Neunzigern mit vielen Geheimnissen

Das Ganze Szenario spielt sich komplett in Kaitlin's zu Hause ab, dem sie ein ganzes Jahr ferngeblieben ist. Somit kommt nicht nur beim Spieler ein fremdartiges Gefühl auf, sondern man entdeckt das Haus mit Kaitlin gemeinsam wieder neu. Die Protagonistin geht einem dabei in Fleisch und Blut über bis dann nach ein paar gemütlichen Spielstunden der Abspann folgt.

Um das komplette Spiel mit allen Fundstücken abzugrasen müsste man noch mal ein bis zwei Stunden dranhängen, was ich bei Lust und Gelegenheit sicher auch einmal tun werde.

 

Schlussfazit & Wertung

Ich durfte mir dieses kleine Spiel Im Zuge meiner Playstation Plus-Mitgliedschaft gratis downloaden. GONE HOME hat mich einen Samstagabend lang sehr schön unterhalten. Die Rätseleinlagen waren für meinen Geschmack zu spärlich vorhanden und man wird auch viel zu stark auf die Lösung draufgesetzt.

Aber vielleicht wollten die Macher auch gar nicht bezwecken, dass das Spiel schwierig zu bewältigen ist, sondern einfach nur eine gute Geschichte erzählen, was ihnen auch sehr gut gelungen ist. Ansonsten hätte ich die Geschichte nicht in einem Rutz durchgespielt.

Sehr gelungen fand ich auch den Neunziger-Flair der dem Spiel innewohnt und die Entdeckungen die man dabei macht. Gerade wenn man die Achtziger- und die Neunziger miterlebt hat ist das kleine Spiel seine Reise durchaus wert.

7/10 Punkte

 


MAD MAX

Getestete Plattform: Playstation 4

Genre: Action/Third Person Shooter

Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment

Studio: Avalanche Studios

Veröffentlicht: 1.September 2015

 

Handlung

Dass es Mad Max bis anhin noch nie auf eine Konsole oder einen Rechner schaffte, verwundert eigentlich. Denn gerade dieses Szenario aus Postapokalypse, schnellen Autos, schrägen Charakteren und ausufernder Gewalt schreit eigentlich geradezu nach einer Spielumsetzung.

Das Thema ist zwar mittlerweile schon verjährt, aber trotzdem möchte ich einen Einblick geben ob die Avalanche Studios die Filmvorlagen, die anfangs der Achtziger ihr Debüt feierten und im Mai 2015 ein gelungenes Comeback in die Kinos brachte, als Spiel gut umzusetzen.

 

Die Handlung nimmt sich keine grossen Referenzen aus den Filmen heraus ausser den schnellen Autos, grossen Explosionen und gewaltreichen Kämpfen wirkt die Hauptstory auch ziemlich beiläufig zusammengezimmert.

Max' Lieblingsobjekt in Form des V8 Interceptor-Zylinder wird unter dem Befehl von Lord Scrotus durch seine Warboys komplett auseinandergenommen. Dass Max dabei natürlich nicht tatenlos zusieht ist selbstredend und zieht dem verblüfften Scrotus mit der Kettensäge eins über der daraufhin mit der Säge im Kopf die Flucht ergreift.

Max wird wieder einmal mitten in der Wüste zurückgelassen, trifft aber bald auf den buckligen Mechaniker Chumbucket. Chumbucket hat zwar in seinem Oberstübchen die eine oder andere Schraube vergessen anzuziehen und sieht vielleicht gerade deswegen in Max seinen vom Himmel gesandten Heiland. Max spielt mit, aber auch nur deswegen, weil Chumbucket im dabei helfen will, eine neue Karre

zusammenzubauen, dessen Karosserie bereits in der Garage steht.

Natürlich, wie könnte es auch anders sein, gibt es das Herz des Wagens, den V8-Motor, nur in Gastown, dem unter Scrotus' unsympathischem Gefolge umkämpften Gebiet.

 

Spielprinzip & Gameplay: Wenig Gelaber, mehr Gedaddel

Leider bietet die Welt wenig Interaktionsmöglichkeit mit den anderen Ödländern, ausser um sie ordentlich zu verkloppen oder sich auf einseitige Gespräche mit den Verbündeten einzulassen, welche einem hilfreiche Tipps zur Erstürmung von Lagern, Besiegen von Bossen oder Auffinden von nützlichen Gegenständen geben.

Auch zum Tausch von Schrott, die gängige Währung in der Spielwelt, erklären sie sich gerne bereit, falls man ihnen als Gegenleistung einen Gefallen erfüllt. Manchmal geben sie es einem sogar für lau, da man schliesslich eine Legende ist und man sie vor Scrotus' Schergen beschützt und nach und nach seine Macht stürzt.

 

Auch die letzten in der Reihe der Nahrungskette, die Herumziehenden Vagabunden welche am Rande zum Verdursten sind, benötigen deine Hilfe mittels Wasser. Dies hat jedoch alles keinerlei Auswirkung auf den weiteren Verlauf, wie leider so vieles im

Spiel, ausser, dass man in der Herausforderungsleiter nach oben klettert und so seine Stufe erhöht. Dadurch gewinnt man sogenannte Griffazeichen, die man beim Nomaden Griffa einlösen kann, nachdem er jeweils eine seiner Weisheiten losgeworden ist, um Max‘ verschiedene Fähigkeiten zu verbessern.

 

In der Wüste gibt es verschiedene Hauptlager, die aber ziemlich heruntergekommen sind. Hilft man den jeweiligen Befehlshabern beim Aufbau und der Instandsetzung der Burg, wird man im Spiel alle fünfzehn Minuten beim Besuch der Festung durch das jeweilige Attribut des Objekts das gebaut wurde belohnt.

Natürlich haben auch die Protagonisten in den Hauptlagern Arbeit in Form von Nebenmissionen  für den Spieler parat, wobei man durch deren Abschluss auch gebührend belohnt wird.

Erobert man in der weiten Wüste ein Aussenlager erfolgreich, wird man periodisch mit Schrott bestückt. Je mehr Lager also erobert werden, desto mehr Schotter kommt rein.

 

In einzelnen Lagern warten Bosse darauf, von euch besiegt zu werden. Was sich hier abspielt, ist jedoch der reinste Hohn für jeden passionierten Zocker. Denn bei den einzelnen Bossen handelt es sich um den ein- und denselben Bösewicht, der lediglich anders angezogen, respektive anders bemalt erscheint. Seine Fähigkeiten aber bleiben exakt dieselben. Hier wäre sehr viel mehr Einfallsreichtum drin gewesen.

 

Doch Mad Max ist schliesslich kein Rollenspiel. Der mürrische und wortkarge Max bietet hierfür auch nicht gerade das geeignetste Profil. Zocker, die es daher lieber knapp an Worten, dafür reich an Action haben, werden hier gut bedient

sein.

Hierbei macht auch die Tatsache, dass das Game in englischer Originalsprache daherkommt, überhaupt nichts aus. Der Aufwand hätte sich nicht gelohnt und zudem käme der coole australische Slang überhaupt nicht zur Geltung. Als actionreiches Unterhaltungsgame für Zwischendurch macht es also seine Sache mehr als nur gut.

 

Die Endzeitatmosphäre dabei ist sehr stimmig und es macht Spass, mit dem Lakaien und treuen Begleiter Scumbucket, dem buckligen Mechaniker, umherzuziehen und die ausgestorbenen Dünen zu erforschen, zu plündern, feindliche Lager in bester Far Cry-Manier zu infiltrieren um ihnen anschliessend den Garaus zu machen, oder den Feinden durch intensive Autoschlachten das Leben schwer zu machen.

Man spielt sich zuweilen fast schon in einen Rauschzustand, bekommt die Sammel- und Eroberungswut und kaum versieht man sich, hat man bereits schon wieder ein von Scrotus besetztes Kriegsgebiet auf null heruntergewirtschaftet.

 

Spieltechnisch bedient sich Mad Max an bewährten Konzepten wie der Batman-Reihe oder am Far Cry-Segment und wirkt dabei beinahe schon als Plagiat. Eigentlich eine kunterbunte Batman/Far Cry/Assasin’s Creed-Mixtur. Doch lieber gut geklaut, als schlecht neu erfunden.

 

Die Spielsteuerung ist bei Mad Max demnach keine Wissenschaft, ist rasch erlernt und geht im Nu ins Handgelenk über. Dabei kommen auch nicht so eingesessene Zocker auf ihre Kosten und auch der Schwierigkeitsgrad ist leicht, zum Teil sogar etwas zu leicht, zu knacken. Die Steuerung ist so gut wie Eins zu Eins der Batman-Reihe übernommen und bietet nichts Innovatives.

 

Die Hauptstory und die recht übersichtliche Anzahl an Nebenquest sind eigentlich schnell durchgezockt. Richtig Arbeit machen aber die Herausforderungen, denn will man schliesslich die Platin-Trophäe erreichen muss man sage und schreibe einhundertvierundvierzig davon erfolgreich absolvieren, wobei einige davon schon echte Knacknüsse sind.

Einen Gefallen getan haben die Entwickler den Spielern dabei sicher nicht. Jene aber, die die Trophäe abstauben können aber nach Erreichen der Trophäe wirklich behaupten, das Mad Max-Universum rundum durchforstet zu haben. Ziemlich sicher werden aber diejenigen das Spiel so bald nicht mehr in die Konsole einlegen.

 

Als Herausforderung zählen natürlich auch die Autorennen. Denn wo Mad Max ist, sind Öl, Benzin und laute Motoren erfahrungsgemäss auch nicht weit.

Nebst der Aufrüstung des Magnum Opus, Max' hauptzeitlicher fahrbarer Untersatz, gilt es, Rennen zu bestehen, wobei es bei diesen nicht nur darauf ankommt, als^erster das Ziel zu erreichen, sondern zum Teil regelrechte Schlachten zu bestehen, um überhaupt lebendig die Ziellinie passieren zu können.

 

Es gibt drei verschiedene Rennen: Die Fassschlacht ist ein typisches Kontrollpunkterennen, die im Spiel durch Fässer markiert sind. Bei der wilden Hatz liefert man sich mit seinen Gegnern ein Rennen auf Leben und Tod, wobei man keine Kontrollpunkte abfahren muss, sondern es lediglich darauf ankommt, das Ziel auf kürzestem und natürlich schnellstem Wege zu erreichen. Beim Rennen Donnersturm gilt es, Gegnerwellen abzuwehren oder zu umfahren und auch hier schliesslich am ganzen Stück das Ziel zu passieren.

 

Die verschiedenen Rennmodis haben gemeinsam, dass einem jedes Mal die Zeit in Form einer Bombe, die am Gefährt befestigt ist, abläuft. Nach erfolgreichem Abschluss und Erreichen einer legendären Bestzeit gewinnt man jeweils Griffapunkte oder sogenannte

Erzengel. Erzengel sind Chumbuckets vorgefertigte Fahrzeugkits die man entweder durch Auffinden von bestimmten Fahrzeugteilen, oder eben erfolgreichem Abschliessen eines Todesrennens erhält und dadurch seiner Fahrzeugsammlung beigefügt wird.

 

Umfang: Postapokalyptische Wüste soweit das Auge reicht

Hat man die actionreiche Einleitung durchgespielt und sieht sich daraufhin die Landkarte an, wird der geneigte Open World-Zocker schon mal sehr erfreut sein. Denn der Tummelplatz der sich ihm auf der Map aufzeigt ist gross. Hier gibt es eine Menge zu erkunden. Die Spielwelt ist zwar kein Fallout, doch ein bis zwei Spieltage in Echtzeit muss man sich schon vornehmen um die komplette Karte abzuarbeiten.

 

Schlussfazit & Wertung

Das Konsolendebüt von Mad Max macht im Groben einen guten Einstand. In der grossen, atmosphärisch-beeindruckenden Open World-Kulisse gibt es eine Menge zu erledigen und allzu schnell wird dem Zockerherz sicher nicht langweilig.

Mad Max ist bedienerfreundlich und man weiss schnell, was zu tun ist. Auch wenn vieles zusammengeklaut wurde, macht dies noch lange kein schlechtes Spiel daraus.

Bei den Nebenbossen wurde an Innovationen enorm gespart. Immer die gleichen Bosse zu besiegen, macht keinem auf Dauer Spass. Auch die Eroberungen von Gebieten beinhaltet mehr oder weniger immer der gleiche Ablauf.

Trophäenjäger werden gefordert und auf die Geduldsprobe gestellt. Aber die Jagd nach Platin wurde viel zu sehr in die Länge gezogen. Trotzdem macht das actionhaltige Gameplay enorm gute Laune, und kaum versieht man sich, sind schon wieder einige Stunden im Mad Max-Universum ins Ödland gezogen. Antesten lohnt sich.

7/10 Punkte