Blues, Stoner And Retro Rock


ANANDA MIDA

Albumtitel: Anodnatius

Genre: Stoner

Label: Go Down Records

Anzahl Tracks: 9

Dauer: 40 Minuten

 

Das sechsköpfige Gespann aus Italien frisiert auf ihrem Debüt „Anodnatius“ ihren Stoner Rock-Kuchen mit Vintage-Spurenelementen, fügen ihm psychedelische Trips aus hypnotischen Klang-Häppchen bei, lockern ihn mit floydianischen „Wohlfühlklängen“ auf und rühren dem Gebräu für den nötigen Boden eine üppige Portion an erdigem Blues, Funk und gradlinigem Hard Rock unter, was aus dem Gebäck etwas ganz Eigenes macht und von dem man nur schwer wieder die Finger lassen kann.

ANANDA MIDA zeigen mit „Anodnatius“, dass man aktuell auch mit alten Zutaten noch frisch und fluffig klingen kann. Das Mischverhältnis macht es eben aus.

8/10 Punkte

(Text by Pink) 


MAGNET

Albumtitel: Feel Your Fire

Genre: Rock

Label: Soulseller Records

Anzahl Tracks: 8

Dauer: 37 Minuten

 

MAGNET wurde 2016 von Psychedelic Witchcraft-Bassist Riccardo Giuffrè ins Leben gerufen. Riccardo nimmt hier aber nicht den Part des Tieftöners, sondern den Leader-Platz am Gesang und Gitarre ein.

Fahren Psychedelic Witchcraft mehr auf der Okkult-Schiene, geht’s bei MAGNET doch eher rockig-flockig zur Sache. „Feel Your Fire“ richtet sich ganz klar in Richtung Retro-Berührungspunkte der Sechziger- und Siebziger aus, die sie glaubwürdig ins einundzwanzigsten Jahrhundert portieren, dem Mekka des Retro-Rock.

Hier dominiert die Eingängigkeit aus einer einfachen Mixtur aus Altbewährtem. Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug, so sieht die klassische Besetzung bei den Italienern aus. Keine Orgelteppiche oder sonstiges Beiwerk versüssen der Scheibe das Aroma. Das braucht es auch nicht. Denn die Jungs kommen ganz gut ohne zurecht und kitzeln alles Nötige, was es für eine ordentliche Retro-Dröhnung braucht, aus ihren Instrumenten heraus.  

„Feel Your Fire“ ist  eine Scheibe, die man sich ohne irgendwelche Nebenwirkungen durchziehen kann.

7.5/10 Punkte

(Text by Pink)

 


BROWN ACID

Albumtitel: The Third Trip

Genre: 60/70er Rock

Label: Riding Easy Records

Anzahl Tracks: 11

Dauer: 37 Minuten

 

Das Coverartwork dieses Albums könnte genauso gut ein Filmposter eines Quentin Tarantino-Films zieren. Auch die Musik die darauf spielt, geht irgendwie mehr in die Filmmusik-Nische. Und tatsächlich: Vom Feeling gelingt es den verschiedenen Künstler auf dem nunmehr dritten Release der BROWN ACID-Reihe ein cineastisches Gefühl zu erzeugen, die man aus alten Gangster-Filmen oder dem Film-Noir-Segment her kennt.

Unmerklich schwindet der reale Raum um einen, bis man illusorisch in einem heruntergekommenen Motel an einer einsamen Straßenecke erwacht, an der abgewrackte Prostituierte ihre Körper für schnellen Billigsex anbieten, in dessen Räumen krumme Geschäfte gemacht, Drogen, Geld und Waffen ihre Besitzer wechseln oder hinter vorgehaltener Hand fadenscheinige Deals ausgehandelt werden.

Hier gibt’s von funky-bis unberechenbar-durchgeknallt, völlig abgedreht auf LSD oder auf hammerhartem Turkey-Entzug bis flauschig-sexy alles zu holen, was der Durchschnittsganove, aufstrebende Drogendealer und Zuhälter für seine sexuelle Tiefenentspannung und nächtlichen Absturz mit anschließendem „Morning After“-Erwachen braucht.

7.5/10 Punkte

(Text by Pink)