From The Deepest Underground


ANTIQUUS SCRIPTUM & XERION

Albumtitel: ...Parábolas, Fantasías & Quimeras... (Unha Alianza Lusitana E Galega

 De Honra E Sangue)

Genre: Black Metal

Label : Wolfmond Production

Anzahl Tracks: 12

Dauer. 66 Minuten

 

Was immer der Albumtitel verheissen mag, dieser Split-Release der beiden Bands ANTIQUUS SCRIPTUM aus Portugal und den Spaniern XERION verspricht viel Unterhaltung, vorausgesetzt, man taucht gerne in tiefen Untergrundgewässer.

Die erste Albumhälfte der Scheibe wird von der Einmanninstitution ANTIQUUS SCRIPTUM bestückt. Sacerdos Magus setzt vor allem auf atmosphärisch-geisterhafte Klänge, die er aus seinem Synthi heraufbeschwört und somit ein eindringliches Erlebnis schafft, welches er um die einfachen Songstrukturen baut und ihnen damit den nötigen Reiz gibt. Der Gesang ist da zwar fern gängiger Black Metal-Kultur, passt aber gut ins eigentliche Soundgefüge.

XERION gehen da zumindest gesanglich schon mehr in diese Richtung. Das Duo hebt sich aber mit ihren aussergewöhnlichen, ja zum Teil gar tanzbaren Folk-Ansätzen von der Allgemeinheit ab.

Die Split-Scheibe gibt nur einen groben Ansatz, zu was ANTIQUUS SCRIPTUM und XERION imstande sind und macht auch Lust auf mehr, von denen zumindest XERION schon eine Palette an Eigenreleases auf Lager haben.

Wer sich mal reinhören will, bekommt diese Split bei Wolfmond Production für wenig Geld, das hier sicher gut investiert ist.

7/10 Punkte

(Text by Pink)


SUFFER YOURSELF

Albumtitel: Ectoplasm

Genre: Doom Metal/Death Metal

Label: Cimmerian Shade Recordings

Anzahl Tracks: 5

Dauer: 61 Minuten

 

Mit Ektoplasma, der sogenannten Geistersubstanz, die laut Überlieferungen – ob fragwürdig oder nicht – bei spirituellen Medien aus den Körperöffnungen treten soll, befasst sich die schwedisch-ukrainische Band SUFFER YOURSELF. So zähflüssig, wie das Ektoplasma, strömt auch ihr Sound aus den Boxen und versucht immerzu in die Poren einzudringen. Ich weiss nicht was genau es ist, aber die Scheibe hat irgendwas Anziehendes. Etwas geheimnisvolles, das man nicht wecken soll, es aber trotzdem immer wieder tut, um es weiter zu ergründen.

Gerade der titelgebende Opener gibt der umstrittenen Thematik die richtige Gestalt. Der Zehnminüter bewirkt eine immense Tiefenberührung mit vermeintlich anderen Mächten. Mit der gesanglichen Vielfalt aus ultratiefen Growls, den kranken, besessenen Screams, die in Mark und Bein übergehen, dem erzählendem Sprechgesang und dem weiblichen Singsang eines verführerischen, aber vermutlich nichts Gutes verheissenden Engels, öffnet dieser Track eine Pforte, die die Neugierde nur noch mehr entfacht.

Die komplette musikalische Séance geschieht umringt von schleppenden Gitarren und entsprechendem Rhythmusbeitrag, mit denen SUFFER YOURSELF durch die knarzenden Flure wandeln. Durch Zuhilfenahme von Geräusch- und Sprachsamples wird das Erlebnis mit der geheimnisvollen Art noch um einiges verstärkt.

„Ectoplasm“ klappt vermutlich nicht bereits bei der ersten Sitzung. Aber spätestens ab der dritten bis vierten Beschwörung werden Euch die Geister in ihr Geheimnis bereitwillig einweihen.

8/10 Punkte

(Text by Pink) 


HAGALAZ

Albumtitel: Northern Gods Descending

Genre: Viking Death Metal

Label: Wolfmond Production

Anzahl Tracks: 9

Dauer: 42 Minuten

 

HAGALAZ, deren Bandname auf die Winter-Rune zurückgeht, schmieden Wikinger Todes Metall der alten Schule. Nach einem kurzen und bedächtigen Keyboard-Intro geht’s ab in die See, wo man sich blutigen Schlachten liefert. Hier wird noch Auge um Auge gekämpft, schwört der modernen Technik weitgehend ab und bekriegt sich mit spartanischen Mitteln.

„Northern Gods Descending“, des Debütalbum der Sachsen, weiss jedenfalls auch mit Herkömmlichem zu überzeugen. Das Album richtet sich vor allem an alteingesessene Deather, die weder vor der Wikinger-Thematik, zahlreichen Thrash-Metal-Einflüssen noch vor einer leichten Hintergrund-Berieslung aus Keyboards  zurückschrecken. Die Kompositionen schippern vorwiegend im Midtempo-Bereich und bombardieren die Hörerschaft mit einem melodiereichen Fundus an eingängigen Ideen, kontern mit klaren Mitsing-Salven oder führen die Mannschaft auch mal in etwas komplexere, wenn auch stets überschaubare Gewässer.

7/10 Punkte

(Text by Pink) 


ULULATUM TOLLUNT

Albumtitel: Quantum Noose Of Usurpation

Genre: Death Metal/Grindcore

Label: Invictus Productions

Anzahl Tracks: 6

Dauer: 19 Minuten

 

Die Amis wettern nun seit 2015 auf der Erdoberfläche. Mit einer unglaublichen Brutalität und einer alles vernichtenden Rohheit reißt das Dreiergespann ULULATUM TOLLUNT alles in die Tiefe, während er dich bei lebendigem Leib zerfleddert, zermalmt und verschluckt. Was sich unter dem wilden Malstrom, dem unermesslichen Chaos verbirgt, kann nur erahnt werden. Alleine der Gedanken, darin hineinzugeraten, kann eine tiefe Urangst erwecken, die in hilflose Panik mündet.

Das Monster „Quantum Noose Usurpation“ wütet in den knapp zwanzig Minuten unaufhaltsam und unermüdlich, zerrt, fletscht, rüttelt ohne Rücksicht auf Verluste und Opfer. Nichts ist ihm heilig, nichts wird verschont. Alles was zurückbleibt ist Chaos und Zerstörung.

Wer dieser Ausgeburt der Hölle die Stirn bieten will, muss schon ein ganz harter Hund sei – ansonsten wird es ihn mit Haut und Haaren verzehren.

Puristische Monsterjäger, Ursachenforscher des Dunkeln, die das pure Böse schon immer anziehend, geheimnisvoll und interessant befanden, werden in diesen Brocken vermutlich unerschrocken, fasziniert und mit Hingabe hineintauchen.

7/10 Punkte

(Text by Pink) 


FETID ZOMBIE

Albumtitel: Epicedia

Genre: Epic Death Metal

Label: Transcending Obscurity Records

Anzahl Tracks: 4

Dauer: 35 Minuten

 

Als Mark Riddick zum Zombie mutierte, blieben ihm in seinem Erinnerungszentrum zum Glück noch seine Talente wohlerhalten. Nicht nur als Zeichner (http://riddickart.com/) veredelte er unter anderem als gefragter Underground-Künstler schon viele Plattencover mit seiner dunklen Kunst, auch als Musiker feiert er immer wieder mal mit einschlägigen Bands wie The Soil Bleeds Black, Folkearth oder seinem jüngsten Projekt FETID ZOMBIE seine Auferstehung von den lebenden Toten.

Diesmal hat sich der amerikanische Ghoul jedoch nicht wie sonst alleine auf den Weg nach menschlicher Beute gemacht, sondern formierte eine kleinere Armee um sich, die in Gestalt von Ralf Hauber (Revel In Flesh), Yusef Wallace (Rude), Nunsslutgoat (Goat Holocaust), Josh Fleischer (Svierg), Toby Knapp (Where Evil Follows), Dawn Desiree (Ex-Rain Fell Within), Nick Walker (Bane Of Bedlam) und Jamie Whyte (Beyond Mortal Dreams) mit ihm auf dem Album in Erscheinung treten.

Der FETID ZOMBIE (zu Deutsch: stinkender Zombie) scharrt sich aus dem tiefen Untergrund einen Weg nach oben, wobei mit dem knurrend-kehligen Sound in der Stimme seinem unstillbaren Hunger bildlich Ausdruck verleiht wird.  Durch seine Mitstreiter erhält „Epicedia“ das nötige Mass an erquickenden Lebenssäften wie dem süsslichen Singsang von Dawn Desiree in Kombination aus kleinepischen Keyboard-Untermalungen und spielen auch technisch gesehen in der oberen Liga mit, wo zum Teil Chuck Schuldiner-artige Laufpassagen zu Tage treten.

Die vier musikalischen Snacks werfen im zeitlichen Umfang so einiges ab, spielen nie unter der acht Minutenmarke und sollten somit einige knurrende Death Metal-Mägen für eine gewisse Zeit ruhig stellen können.

8/10 Punkte

(Text by Pink) 


BEHEAT GORUM DE MENTHEURD

Albumtitel: The Frostbiten Path

Genre: Black Metal

Label: Wolfmond Production

Anzahl Tracks: 8

Dauer: 44 Minuten

 

Dieses recht junge, aber darum nicht minder interessante Projekt stammt aus dem sonnigen Italien. BEHEAT GORUM DE MENTHEURD bewegen sich in der Schnittmenge von Troll‘s „Drep De Kristne“ (1996) und fusst, wie den minimalistischen Aussonderungen aus Synthi-Sounds und der klein gehaltenen Produktion nach zu urteilen, ebenso auf einem Einmann-Projekt.

Mit den spärlichsten Mitteln lässt BEHEAT GORUM DE MENTHEURD eine phantasiebeladene Welt entstehen, hinter die nur die aufgeschlossensten zu blicken vermögen.

Das instrumentale Arsenal aus verzerrten Gitarren, Tasteninstrumenten, analogen Synthesizern und Vintage Drum-Maschinen sowie die kratzige „böser Kobold“-Stimme, bilden hier DAS Mittel zum Zweck, um ein anschauliches Ambiente zu erzeugen wobei sich „The Frostbiten Path“, wenn auch vorwiegend nachts, auf abgelegenen Pfaden oder in rauen Winternächten, als optimale auditive Panorama-Verstärkung anbietet.

7.5/10 Punkte

(Text by Pink)


SEPULCHRAL CURSE

Albumtitel: At The Onset Of Extinction

Genre: Death Metal

Label: Transcending Obscurity Records

Anzahl Tracks: 4

Dauer: 22 Minuten

 

Die Finnen SEPULCHRAL CURSE werfen mit „At The Onset Of Extinction“ ihren zweiten Mini-Player vors Volk. Freuen darauf dürfen sich all jene, die dem Death Metal zugetan sind und sich auch über etwaige Black Metal-Einflüsse nicht mokieren. SEPULCHRAL CURSE wüten mit einer organischen Inbrunst und versuchen sich gleich einsteigend an einem zehnminütigen Brocken, der sich in Sachen Geschwindigkeit im Midtempo-Segment einbringt. Fast thrashig-punkig angehaucht geht es in „Envisioned In Scars“ zur Sache, wonach sie beim darauffolgenden „Gospel Of Bones“ zu Anfang die Slayer-Keule geschwungen wird, bevor es rasch ab in die Bresche geht. Abschliessend wird mit „In Purifying Essence“ fast schon klassisch abgedankt, wäre da nicht in den abgrundtiefen Growls zwischendurch dieses Bellen zu vernehmen, dass sich auch in den anderen Tracks schon da und dort angekündigt hat.

7.5/10 Punkte

(Text by Pink)


CRIPTA OCULTA

Albumtitel: Lost Memories

Genre: Black Metal

Label: Signal Rex

Anzahl Tracks: 6

Dauer: 42 Minuten

 

Die Portugiesen CRIPTA OCULTA stehen noch knietief in der Tradition alter Black Metal-Schule. Mit „Lost Memories“ gehen die Puristen bereits in die vierte Runde. Ohne grosse produktionstechnischen Beigaben erschaffen CRIPTA OCULTA tiefste Düsternis und klingen dabei weder stumpfsinnig noch abgedroschen,

sondern schlicht grundehrlich. In seiner Rohheit weist „Lost Memories“ eine atmosphärische Dichte auf, die bei vielen Topproduktionen, die sich heutzutage als Black Metal verkaufen, entweder komplett wegeditiert wurde oder sich beim X-ten Take von alleine lebendig begraben hat. In ihrer Landesprache schmeissen CRIPTA OCULTA mit Unheiligkeiten um sich, packen akustische Eigentümlichkeiten, die sich vor allem bei „A Dança Do Fado Negro“ und dem darauffolgenden und abschliessenden „A Mao de Ferro Que Esmaga Siao“ manifestieren.

7/10 Punkte

(Text by Pink)


APOKRIFNA REALNOST

Albumtitel: Na Rekah Vavilonskih

Genre: Ambient

Label: Annapurna Production

Anzahl Tracks: 5

Dauer: 20 Minuten

 

Als Eröffnung für meine neue Unterseite auf der Homepage „From The Deepest Underground“ schicke ich APOKRIFNA REALNOST voraus. Das geheimnisvolle Werk mit dem Titel: „Na Rekah Vavilonskih“ könnte als Anfang nicht passender sein für ein Genre, dass freiwillig ein Nischendasein fristet, um sich mit ganzem Herzen der Kunst hinzugeben.

„Na Rekah Vavilonskih“ ist etwas für die ganz hartgesottenen Underground-Fans. Auf dem Album öffnen sich dem Hörer durch meditativ-perkussives Klanggut aus Glockengeläut, Raschelwerkzeug sowie mazedonischen, antiken Saiteninstrumenten und Mantra-artigem Gebetsgesang neue Welten. Das Werk eignet sich für tiefensinnige Meditationen, magische Beschwörungen oder einfach nur als Ambient-Untermalung für ruhige Lesestunden und ist deshalb kein klassisches Musikalbum als solches. Hier merkt man natürlich schnell, dass es sich um ein Werk handelt, dass ohne Grenzenzwang entstanden ist.

Mit Vorsicht zu geniessen!

7.5/10 Punkte

(Text by Pink)